Ausplünderung der Ukraine

Nun wiedermal kann ich die aktuellen Ereignisse der Politik nicht unkommentiert lassen. Mainstream hat nichts anderes im Sinne als von einem russischen Zar und Aggressor, vom Imperium, das plötzlich sich erinnert, die ganze Welt sich aneignen zu wollen, zu berichten.
Ich versuche, wenn es geht kurz, ein paar Aspekte hervorzuheben.

Wie kann man einen souveränen europäischen Staat ausplündern? Im 21ten Jahrhundert ist so etwas nicht denkbar.

Ukraine ist flächengrößter Staat auf dem europäischen Kontinent, hat 45 Millionen Einwohner und ist sehr ressourcenreich. Die Janukowitsch-Regierung wurde auf dem demokratischen Weg gewählt und noch vor einigen Monaten zweifelte kein westlicher Politiker an ihrer Legitimität. Europa vorbereitete fleißig die Verträge – eben Alltag.
Plötzlich aus welchen Gründen auch immer will Janukowitsch sich Zeit lassen, manche Aspekte des Vertrags zu überdenken, überarbeiten usw.

Nun wird ganz Kiew voll von „prowestlichen“ Menschenmassen, die Parlamentsgebäude besetzen, gegen Polizisten Schusswaffen verwenden und die Absetzung von Janukowitsch fordern. Am Rande soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Staatsmacht sehr viel Geduld zeigt und sich lange Zeit nicht provozieren lässt.

Auf Anhieb springen „alle“ westlichen Politiker auf und begrüßen den Sieg der Demokratie. Dabei wird eine demokratisch gewählte Regierung auf rigoröse Art entmachtet und alle schauen weg. Unterschiedliche Gruppierungen versinken Kiew ins Chaos.

Wer sind nun die neuen Demokraten, die nun die Übergangsregierung ausmachen?
Welche Ziele verfolgen sie? Was wollen sie besser und anders machen?
Als erstes verbieten sie im Lande die russische Sprache. Wer kommt auf solch absurde westlich-demokratische Idee?

Allerdings hat dieser Schritt zur Folge, dass Russland kurzer Hand ihre Militäreinheiten in die Krim verlegt. Um eben die russische Bevölkerung vor der Anarchie bzw. dem neuen Nationalismus zu schützen. (Übrigens wenn ich jedes Mal von russischer Minderheit auf der Krim lese, wird mir mulmig um unsere Medien, die allzugerne die Wahrheit verdrehen – denn die Russen machen 60% der Bevölkerung aus).

Was lesen/hören wir in den Nachrichten die nächsten 3 Tage. Russischer Zar, russischer Aggressor, Imperialismus, kalter Krieg, Vergleich mit Nazis/Hitler.
Also wer sind nun die neuen Kräfte in der Ukraine? Kein Wort darüber. Ganze Welt versinkt in Angst vor dem unverschämten russischen Aggressor, der vor nichts zurückschreckt. Man redet über Krieg und Sanktionen.
Wenn wir die jungere Geschichte bemühen, welche Länder hat nun bisher Putin überfallen und annektiert? Kein einziges! Wie viele Menschen sind bei der Krim-Invasion gestorben? Es gab keinen einzigen Schuss.
Es gibt zwar einen anderen Aggressor, der in den letzten 10 Jahren eine längere Liste an Ländern auf seinem Gewissen hat, aber das ist ein anderes Thema.

Krim soll Ende März über ihre Unabhängigkeit entscheiden. Nun eine sehr wichtige Frage: wenn 60% der Bevölkerung Russen sind, und die Halbinsel auf legalem demokratischen Weg sich von der Ukraine abspalten kann, warum braucht Russland das ganze Theater?… denn damit riskiert Putin Krieg oder im besten Fall vollständige Isolation?

Die Ukraine ist nun pleite und braucht Milliarden. USA hat eine Milliarde parat, die EU soll die restlichen –zig Milliarden beisteuern. Dies alles ist natürlich an gewisse Bedingungen geknüpft. So sollen Staatsunternehmen privatisiert werden. Da die ukrainische Währung aufgrund der Ereignisse unter die Räder gekommen ist und die ukrainische Bevölkerung ohnehin sehr arm ist, klar wer dort sich die besten Filetstücke sichern wird.

Mehr noch was soll mit den ganzen Milliarden geschehen? Die Tatsache ist, dass Ukraine wiederum –zig Milliarden an Russland schuldet – eben für Erdgas-Lieferungen. Also wer wird der meiste Profiteur von den westlichen Milliarden sein? Genauso wie es nicht die Griechen waren, sondern die westlichen Banken, deren Schulden ja beglichen wurden.

Mein Fazit überrascht vielleicht einige – aber ich vermute, dass NATO zusammen mit Russland die Ukraine verteilt haben. Russland hat dabei die Rolle des Bösewichts auf sich genommen und alle Blicke auf sich gelenkt, während im Hintergrund das größte Verbrechen unserer Zeit an Demokratie geschieht.

Letztendlich wird Russland sich dem Druck des Westens beugen und Ihre Einheiten zurückpfeifen, Krim wird durch Abstimmung unabhängig, während die Eigentumsverhältnisse in der Ukraine in die Hände von wiederum einiger weniger Mächtigen dieser Welt konzentriert werden.

10 Gedanken zu „Ausplünderung der Ukraine

  1. Rico1234

    Sehr gute Zusammenfassung. Man sollte noch erwähnen, dass Janukowitsch damals gegen den Beitritt zur EU gestimmt hat. Gründe gibt es einige, die auch Sinn machen. So forderte man von der Ukraine die Öffnung der Märkte für Landwirtschaft und Bergbau, erlaubte dem Land aber im GEgenzug nicht die teilnahme am EU-Binnenmarkt. Gleichzeitig sollten fast 29 Kohlegruben geschlossen werden, die allerdings eine wesentliche Einkommensquelle für die Bevölkerung darstellen.

    Siehe dazu: http://www.nachdenkseiten.de/?p=21000#h01 der Kommentar zum Teil: “Röttgen will Putin in die Schranken weisen”

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  2. andi7

    Oh, danke Rico für deine Ergänzung.
    Ich habe im besten Fall mit Unverständnis gerechnet, weil meine Meinung zu sehr von Mainstream abweicht und mein Fazit umso mehr.

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  3. andi7

    Eine Besonderheit füge ich noch gerne hinzu.
    Bei den Präsidentschaftswahlen 2010 mussten die Spitzenkandidaten in Stichwahl gehen.
    Endergebnis denkbar knapp – Janukowitsch 48,95% Tymoschenko 45,47 %.
    Bei den Parlamentswahlen 2012 hat PR (zu der auch Janukowitsch angehört) 30% der Stimmen erreicht.

    Nach der Herabsetzung von Janukowitsch wurde Jazenjuk (der bisherige Oppositionsführer) von der Rada einstimmig(!!!) als Regierungschef gewählt. Die neu-ukrainische Demokratie erinnert zu sehr an gern zu vergessende Regimes.

    Auf Deutschland übertragen: Angela Merkel fluchtet nach demokratischen Demonstrationen aus dem Land und Gregor Gysi wird einstimmig zum neuen Bundeskanzler (wenn auch Übergangs-) gewählt.
    Wer soll das abkaufen?

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  4. Dividenden-Sammler

    Das wollte ich auch gerade schreiben!
    Die Krim ist absolut russisch.
    Und sie wollen auch nichts anderes sein!
    Man kann den Menschen dort nicht einen westlichen Wille aufzwingen.

    Wäre es möglich, das die Ukraine zur EU kommt und Krim in russicher Hand bleibt?

    Beste Grüße
    D-S

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    1. andi7

      Klar, die Krim war nie so richtig ukrainisch (was ist überhaupt ukrainisch?). War immer ein Teil von Russland, bis sie vor etwa 50 Jahren an die ukrainische “Teil-Republik” “geschenkt” wurde. Bis vor Maidan-Putsch spielte die Tatsache auch keine größere Rolle, denn auch während der Regierungszeit von Timoschenko (stark pro EU) an der recht autonomen Region nicht „gerüttelt“ wurde.
      Man könnte auf die gleiche Weise behaupten DDR gehöre nicht zu Deutschland sondern zu dem „künstlich“ zusammengebastelten Ost-Block.

      Allerdings ging es in meinem Artikel gar nicht um die Krim-Krise, sondern um den Putsch in der Ukraine selbst sowie um die Mainstream-Meinungsmanipulation.

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  5. C_ReichLeben

    Hi Andi,
    so oder ähnlich könnte es sein. In jedem Fall ist es nicht so wie es uns die westlichen Mainstreammedien glauben machen wollen – wie bei so vielen Sachen.
    Das ist auch der Grund warum ich schon vor Jahren aufgehört habe spiegel.de und ähnliche Wahrheitsverdreher zu lesen. Es ist zwar anstrengender sich Details über gewisse Thematiken zu beschaffen aber zumindest bekommt man ein besseres Bild über die wirklichen Hintergründe.
    Gruß
    C

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    1. andi7

      Du hast Recht. Es geht insbesondere um uns!
      Denn die Meinungsmanipulation durch Mainstream hat bedrohliche Maße angenommen. Ist sogar mächtig genug, einen deutschen Präsidenten abzusetzen (ob er gut oder schlecht war, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle; auf jeden Fall wurde er in seinem Prozess von dem Gericht freigesprochen; aber heutzutage interessiert sich kein Mensch mehr dafür).

      Die Zusammenhänge sind komplex genug. Es gibt zu viele Interessen. Es reicht nicht nur eine Seite im besonderen Licht hervorzuheben.

      Aus meiner Sicht hat Russland zu viel aufs Spiel gesetzt. Da ich Putin für einen weitsichtigen Politiker halte, würde er das nur unter der Bedingung tun, dass die gegnerische Seite nicht zu hohen Preis dafür abverlangt (Ergo – Russland bekommt seinen Teil vom Kuchen, anstatt sich auf kalten (oder noch unwahrscheinlicher heißen) Krieg zubewegen).

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  6. denke-handele-werdereich

    Hallo zusammen!
    War eine Woche kaum im Netz und deshalb ist mir auch dieser Beitrag entgangen.
    Was muss ich hier nun lesen? O´Gott ein Revolutzerbeitrag gegen die manipulationslastige öffentliche Meinung in der “westlichen Demokratie”.
    Respekt andi7! Das ist fast so mutig, als wenn man in Deutschland öffentlich zu den Juden Jude sagt und sich dann anschließend entschuldigen muss. Oder dass unser politisch unbelasteter Bundespresident nun nach Griechenland geschickt wird und sich nach 70 Jahren dafür entschuldigt, dass Nazis dort Menschen umgebracht haben. Vielleicht hätte da lieber Angela Merkel hinfliegen sollen und gleich die ihr von den wütenden Griechen angemalte Hakenkreuzarmbinde mitbringen sollen. Das ist wohl auch “westliche Demokratie”, oder ist es vielleicht “westliche Diplomatie”?
    “Westliche Demokratie” ist ebent nur so lange demokratisch, wie es den Interessen des Westens dient. Und vor allem den deutschen Interessen, den Interessen der Industrie und des Kapitals.
    Irgendwie hängen wir da aber auch mit drin, auch wenn wir im Detail dazu anderer Meinung sind.
    Der Malachit.

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    1. andi7

      Jo, Malachit, mit dem „Revolutzerbeitrag“ brauchst du nicht gleich zu übertreiben. 😉
      Allerdings waren die Beiträge der Medien in den ersten Tagen der Krim-Krise wirklich zu einseitig, so dass mein Beitrag recht gewagt war. Inzwischen hat sich vieles gelegt, es kommen immer neue Fakten ans Tageslicht – gut, dass auch diesmal die Vernunft und diplomatische Coolness gesiegt haben.
      Ja, dass mein Anti-Mainstream-Beitrag dir gefallen wird, war ich sicher.
      Warum soll man die eigene Meinung nicht sagen sollen – wir haben doch noch(!) Meinungsfreiheit. Allerdings wird diese von der Mainstream-Macht derart stark bekämpft, so dass man sich schon sorgen machen sollte.

      Ein Beispiel Meinungsfreiheit im freien Verfall.
      Dass man mit jemandem unterschiedlicher Meinung sein kann, ist ja nicht verkehrt. Aber warum soll man dem Mann keine Möglichkeit gewähren seine Meinung zu äußern?!
      Die hohen Verkaufszahlen von Sarrazins Büchern verraten mir, dass die deutschen noch bereit sind andere Meinungen zu hören/lesen.
      Allerdings fürchten sich immer mehr Menschen, vor allem diejenigen, die da vorne (oben) stehen und etwas zu verlieren haben, die eigenen Gedanken zu äußern. So ist der „normal“-Bürger der Meinungsmanipulation durch Mainstreammedien ausgesetzt.

      Die politische Korrektheit führt unsere Meinungsfreiheit ad absurdum.

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