Portfolio Asset-Klasse Emerging Markets

Im Blog „Finazielle Freiheit mit Dividenden“ wurde wieder Mal die Liste der Blogs der Millionäre veröffentlicht, was einen Ansturm auf meinen Blog ausgelöst hat.
So kam mir in den Sinn einen Artikel vorzuziehen, damit möglichst viele davon profitieren bzw. Feedback liefern können.

Es geht um meine Portfolio-Aufteilung.
Mein theoretischer Ansatz des ausgewogenen Portfolios wurde in mehreren Posts beschrieben, zuletzt die konkrete Aufteilung hier: „Portfolio ETF-Sparplan“. Theoretisch, weil ich durch die Übergewichtung von Immobilien noch nicht in der Lage bin, alles so umzusetzen, aber das wird sich ändern – ist nur eine Frage der Zeit.

Im Speziellen habe ich heute den großen Emerging Markets –Anteil im Visier.
Zum einen hat mir die Gewichtung der einzelnen Länder nie gefallen. So kam ich auf die Idee mir die eigene Mischung zusammenzustellen. Mit einzelnen ETF-Sparplänen bei DAB ist es überhaupt kein Problem (für „größere“ Länder aus EM gibt es entsprechende ETFs).

Exkurs: für die industrielle Assets Europa und Nordamerika geht die Tendenz (bei Finanzbloggern und ihren Lesern) zu Dividenden- oder Value-Strategie (was für mich nicht(!) das gleiche ist). Wenigstens Value setzt aber viele Daten für Unternehmensanalyse voraus, welche aus meiner Sicht auch nicht mal für „westliche“ Märkte in ausreichendem Maße oder mit größerem Aufwand zu finden sind. Für Emerging Markets ist die Datenversorgung sehr dünn, so dass eine vernünftige Unternehmensanalyse praktisch unmöglich ist (eine Variante wäre auf Homepage der einzelnen Unternehmen zu gehen und sich Jahresberichte in englischen Sprache zu besorgen. Zum einen sehr zeitintensiv, zum anderen bin ich der englischen Sprache nicht in dem gewünschten Maße fähig).
So sehe ich beim Investieren in Emerging Markets keine Alternativen zu ETFs.

Die klassische Aufteilung eines Indexes geschieht nach Marktkapitalisierung. Für den Index mag es gut sein, für Vermögensaufbau ist aber kontraproduktiv. Denn die am meisten gestiegenen Anteile werden mit höherem Faktor versehen und es wird noch mehr davon gekauft werden müssen und umgekehrt die eingestürzten Märkte werden verkauft – also pro-zyklisch.

Es gibt Auswertungen, die behaupten eine Aufteilung nach BIP liefert höhere Rendite. Mein Problem aber dabei war, wenn ich zum „1 Januar“ investieren will, die Aktualität der BIP-Daten für einzelne EM-Länder inakzeptabel war. Also man könnte die veralteten Daten verwenden, aber es wäre nicht im Sinne des Erfinders.
Das andere Problem ist dabei, dass China mit ihrem BIP alle anderen Länder in den Schatten stellt. So müssen alle EM-ETFs sowie meine Mixtur eine Kappung vorsehen.

Eine wichtige Erkenntnis konnte ich aber aus Capital gewinnen. China hat in den letzten 20 Jahren ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 10% hingelegt. Bezogen auf BIP-Theorie müsste deswegen die Marktkapitalisierung von China auch eine ähnliche alle andere Länder übertreffende Entwicklung vorzeigen. Das war aber überhaupt nicht der Fall. So ist festzustellen, dass die ausgeklügelte Ausrechnerei der Anteile anhand von auch aktuellsten BIP-Daten doch nicht den gewünschten Durchbruch geliefert hätte, allerdings größere Recherchen und einige mathematische Übungen gefordert hätte.

In meinem Blog habe ich mich schon mal als großer Fan von Rebalancing geoutet. So war es naheliegend den EM-Teil meines Portfolios einfach in gleiche Stücke je Land zu verteilen. Somit kämen die kleineren Länder zum größeren Vorschein, die idR. bessere Performance aber auch deutlich stärkere Schwankung aufweisen. Es gibt nun Studien, die nachrechnen, dass die Equal-weight-Aufteilung bessere Ergebnisse liefern. Auch wenn unter „besser“ nur einige oder gar Bruchteile von Prozentpunkten gemeint sind, es erfüllt den Zweck und kostet nichts an Aufwand. Das jährliche Rebalancing sorgt für einen Renditeschub – die zu heiß gelaufenen Märkte werden reduziert und die in Ungunst gefallenen entsprechend nachgekauft.

Was meint Ihr?
Wendet ihr auch Asset-Allocation mit Rebalancing an?
Welche Aufteilung wird bevorzugt (Marktkapitalisierung, BIP, Equal-Weight, feste Größen nach Bauchgefühl).
Welche Märkte werden bevorzugt?

2 Gedanken zu „Portfolio Asset-Klasse Emerging Markets

  1. egghead

    Ich selbst verstehe EM-Märkte nicht und traue ETF’s nicht wie soll ich da was nachvollziehen, weil ich es nicht verstehe ? Also lasse ich es. Ein erfolgreiches Unternehmen aus den EM-Märkten wird über kurz oder lang an der NASDAQ gehandelt legt quatalsmäßig die Zahlen offen und gut ist.

    Antworten

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *