Böse Praktiken von FlexStrom

Dabei steht FlexStrom synonym für alle Abzocker. Letztes Jahr habe ich nun zu FlexStrom gewechselt, um hautnah die bösen Jungs zu erleben (und nebenbei etwas Geld für Strom zu sparen ;)).
Also bisher lief alles bestens.

Mein bisheriger Versorger (örtliche Stadtwerke) hat für 2011 für ca.5800 KWh ca. 1.430€ kassiert. Als für 2012 eine Preiserhöhung angekündigt wurde, bin ich zu FlexStrom gewechselt. Paketpreis 930€ für 5600 KWh plus ein wenig für Mehrverbrauch. Die Ersparnis macht schon was aus. Darüber hinaus ist noch ein Bonus in Höhe von 200€ angesagt. Jedoch dieser wird höchstwahrscheinlich nicht bezahlt, wenn man nach dem ersten Jahr aussteigt (rechtlich muss der Bonus gezahlt werden, wenn der Kunde 12 Monate beliefert wurde, und dies ist immer gegeben. Jedoch der Lieferant sieht das anders, so dass Kunden nur mit Hilfe von einem Rechtsanwalt diese Forderung durchsetzen können).

Nun das Jahr 2012 ist bald um. Das „Angebot“ für 2013 beinhaltet ein Paket von lediglich 4500 KWh zum Preis von 1.430€! In dem vielen Text – mit normaler Preisgarantie ein Preis, mit erweiterter Preisgarantie anderer Preis – taucht auch der Bonus auf und reduziert den Betrag auf 1230€.
Also auf den ersten Blick steigt der Jahrespreis um 300€, ist aber immer noch konkurrenzfähig.
Auf den zweiten Blick – der Bonus bezieht sich auf 2012 und muss auf jeden Fall mit der Abrechnung ausgezahlt werden.
Zum anderen ist die Paketgröße mit 4500 KWh eindeutig zu klein gewählt. D.h. die restlichen ca.2300 KWh müssen zu einem absolut übertriebenen Preis teuer erkauft werden. Davon erfährt der Kunde erst mit der Abrechnung für 2013 und dann ist es schon zu spät für eine Kündigung, d.h. 2014 muss dann auch teuer erkauft werden.

Auf der Homepage ist das richtige Paket zum Preis von ca. 800€ zu haben. Auf meine Rückfrage bezüglich Paketgröße habe ich ein neues Angebot bekommen für 5600 KWh 1.850€. Die Tarife auf der Homepage sollten nur für Neukunden gelten! Also das Lockangebot ist nicht zu übersehen – erst die super günstigen Tarife, die nur für Neukunden gelten und dazu noch die Boni, die nur ausgezahlt werden, wenn man eine „extra mile“ mitgeht (und dann wird es aber teuer).

Ich habe die Kündigung geschrieben. Auch ohne Boni hat sich der Wechsel gelohnt, vorausgesetzt es gibt keine großen Überraschungen bei der Jahresabrechnung.
Der neue Lieferant heißt stromio. Dieser bietet auch hohe Boni. D.h. es steht schon fest – ich betreibe ein wenig Versorger-Hopping.

Bei dem Gasversorger habe ich auf guten Tarif (und nicht auf hohe Boni) gesetzt. Der Lieferant hat nur einen Tarif. D.h. kostenmäßig wird sich wenig ändern bzw. muss vorher angekündigt werden mit Sonderkündigungsoption. So bleibe ich zunächst dabei. Auch die Kündigungsfrist von einem Monat zwingt nicht zur Eile.

7 Gedanken zu „Böse Praktiken von FlexStrom

  1. andi7

    So würde ich wiederum nicht sagen. Wenn sie mich friedlich gehen lassen, dann werde ich in 2 Jahren wieder zu denen wechseln.
    Ich suche mir 3 Hopping-Kandidaten aus und werde jedes Jahr von einem zu dem anderen springen.
    Die größte Gefahr birgt sich bei jährlichen Vorauszahlungen (siehe TelDaFax). Aktuell gibt es auch Warnungen bezüglich FlexStrom, die noch dementiert werden, aber das gehört auch zum Show, bevor man Insolvenz anmeldet.
    Bei dem neuen Anbieter „Grünwelt“ sind die Zahlungen monatlich. Also es kann nichts anbraten.

    Antworten
  2. plutusandme

    Wir überprüfen auch immer die Konditionen allerdings ohne irgendwelche Verwässerung durch Boni,Paketpreis, hHalischer Komet, Maya Kalender oder ähnlich.

    Einfach nur Strom + Arbeitsleistung. Fertig.
    Zu diesem Ärger mit Bonu ( steht übrigens auch auf der Seite von Stiftung Warentest bzw bei der Bewertung von Anbietern ) habe ich keine Lust.

    Antworten
    1. andi7

      Ich schau auch auf den Preis ohne Bonus, denn dieser ist schwer zu bekommen, wenn man nur ein Jahr drin bleibt.
      Das Problem ein weiteres Jahr zu bleiben besteht darin, dass man nicht mehr zu den Neukunden zählt und die günstigen Tarife nicht mehr bekommt.
      D.h. man wird zu einem Wechsel quasi “gezwungen”.

      Welche (überregionalen) Anbieter hast du schon ausprobiert? Welche kann man weiter empfehlen?

      Wie bereits oben geschrieben, FlexStrom ist als Dauerlösung – ein Abzocke, zum Hoppen allerdings, nach dem bisherigen Stand, bestens geeignet.

      Antworten
  3. Plutusandme

    Wir haben sehr gute Erfahrung gemacht mit 123energie und wir fragen vor jedem Wechsel unseren ortsansässigen Anbieter,die EWE. Diese haben schon mehrmals nachgebessert wenn wir unsere wechselbereitschaft mitgeteilt haben.

    Antworten
  4. Rudi

    Nun, wie sich jetzt nach ein paar Jahren zeigt, ist Ruhe am Strommarkt eingekehrt. Ob wir nochmal so eine große Pleite erleben dürfen bleibt abzuwarten.

    Antworten
  5. andi7

    Hallo Rudi,
    FlexStrom hat Insolvenz direkt nach der Verkündigung angemeldet, dass der versprochene Bonus nach 12 Monate Belieferung erstattet werden musste. 12 Monate waren in der Regel per Vertrag geregelt.
    Allerdings gab es Klauseln, dass der Kunde nicht innerhalb dieser 12 Monate kündigen durfte – und das war nicht zulässig bzw. Irreführend. Somit musste der Kunde mind. 24 Monate beim Anbieter bleiben, um den Bonus zu erhalten. Im zweiten Jahr gab es allerding mächtige Preiserhöhung, was dann per Saldo kaum was gebracht hat.
    Die „heutigen“ Anbieter müssen jedoch mit dem Urteil rechnen, Rücklagen bilden etc. Also die Bonusauszahlung dürfte kein Grund mehr sein, um den ganzen Laden dich zu machen.

    Antworten

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *