Familienversicherung – noch eine Hürde auf dem Weg zur FF

Noch eine ungeplante Hürde tauchte auf meinem Weg zur Finanziellen Freiheit. Sie heißt nun Familienversicherung. Es geht um die “beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen (meine Ehefrau) der in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherten Mitglieder” (ich).

Meine Frau hat sich längere Zeit als Hausfrau um die Kinder gekümmert. Als das jüngste Kind in Kindergarten gegangen ist, hat sie sich einen Minijob gefunden, um den Kontakt mit der Außenwelt wieder herzustellen.

Die Mini-Jobber dürfen bis 450€ im Monat verdienen, ohne dass die Familienversicherung gekippt wäre. Allerdings denkt keiner dabei an die Zins- und in unserem Fall Miet-Einnahmen!

Da die 450€-Grenze nicht voll durch Minijob ausgeschöpft war und die Mieteinnahmen nur zur Hälfte meiner Frau angerechnet werden (die andere Hälfte gehört ja mir) standen wir – jetzt rückwirkend gerechnet – jahrelang nur knapp im grünen Bereich.
Mit der Steuererklärung für 2015 – den Steuerbescheid haben wir im August 2016 bekommen – sollten wir allerdings feststellen, dass die Grenze nun überschritten wurde.
Ab September 2016 musste meine Frau sich freiwillig versichern. Der monatliche Beitrag steht bei ca. 170€-180€ und steigt jedes Jahr, denn er richtet sich an der Mindesteinnahmegrenze, die jedes Jahr steigt und in 2018 bei 1.015€ pro Monat gilt.

In der zweiten Hälfte 2017 wurde uns die „Situation“ geschildert und wir mussten die Beiträge für 2016 (anteilig) und 2017 nachzahlen – in der Summe mehr als 2.600€. Dazu kommt noch künftig die neue monatliche zusätzliche Ausgabeposition.

So einen Dampfer haben wir erlitten.

Alle Singles bzw. wenn beide Ehepartner berufstätig sind – dürfen sich freuen, dass das Problem sie nicht betrifft.
Allerdings könnte das Hindernis kurz vor Renteneintritt für großen Ärger sorgen, wenn ein Partner bereits aus dem Berufsleben ausgestiegen ist und hoffte durch Familienversicherung wenigstens diese Kosten einzusparen.

2 Gedanken zu „Familienversicherung – noch eine Hürde auf dem Weg zur FF

  1. Max

    Dieses Thema beschäftigt mich seit letztem Jahr auch.

    Meine Frau hat einen Minijob für 450€ und voraussichtlich ab diesem Jahr, werden die Mieteinkünfte reale Einnahmen. Außerdem wird nach und nach das Depot größer.

    Für Ausschüttungen und Zinseneinkünfte kann man den Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro ansetzen, der bisher noch ausreicht.

    Die Mieteinkünfte können mit diversen Kosten verrechnet werden. Wie gesagt, werden voraussichtlich die Einkünfte die Ausgaben übersteigen. Man kann hier versuchen, die Einkünfte dem in der GKV Versicherten Ehepartner zu übertragen (nicht häufig von Erfolg gekrönt).

    Bei einen Minijob kann man Werbungskosten ansetzen, falls dieser nicht pauschal besteuert wird. Dies kann man bei seinem Arbeitgeber beantragen.

    Siehe https://www.biallo.de/recht-steuern/news/minijob-steuern-krankenversicherung/

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    1. Andi7 Artikelautor

      Hallo Max,
      danke für deinen Kommentar.
      Jo, die Grenze hat es in sich. Wenn man für vollen Betrag von 450€ einen Minijob ausübt und dann 100€ oder auch nur 1€ an Mieteinnahmen hat, soll man zusätzliche 180€ an Krankenversicherung zahlen! Wahnsinn.
      Man wird zum Nichtstun quasi gezwungen.

      Man könnte die Immoanteile komplett dem GKV-Versicherten-Ehepartner übertragen.
      Dieser Unsinn kostet zunächst auch Geld.
      Aus Sicht der Einkommenssteuer ist es nun egal wer, wieviel Gewinn macht, wenn beide gemeinsam veranlangt werden.
      Viele Probleme können aber auftreten falls die Ehe kaputt geht.
      Auch nach dem Verkauf würde das komplette Geld zunächst einem Ehepartner gehören. Gut – die Schenkungsgrenzen sind relativ hoch, wobei die Immobilien auch immer teurer werden.
      Und im Todesfall wäre die Grenze ein Thema.

      Ich habe schon überlegt meine Frau an die Fachhochschule zu schicken. Denn Studenten bekommen einen verbilligten Tarif. Aber wir wollen den Unsinn nicht potenzieren.

      Gruß

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