Gas- und Stromversorgerwechsel

Nach dem akribischen Vergleichen von Gas- und Stromversorger hat sich herausgestellt, dass die Tarife meist teurer, als beim lokalen Versorger sind, oder der Vorteil kaum ins Gewicht fällt. Lustig sind vor allem Geschichten mit 2-Jahresbindung und 1 Jahr Preisgarantie. Dies ist so eine geregelte Abzocke!

Berücksichtigt man aber den Neukundenbonus, sieht das Bild wiederum anders aus. Leider je größer der Bonus desto höher der Tarif. D.h. nur wenn man regelmäßig Versorger-Hopping betreibt, kann man Kapital daraus schlagen.
Da viele Tarife 2-Jahresbindung verlangen und die Vergleiche sich nur auf das erste Jahr beziehen, verzerren die meisten Vergleichsrechner das Bild.

Allerdings ist auch der Wechsel selbst nicht so ganz ohne.
Ich wollte Ende 2010 Gas- und Stromversorger wechseln. Beim Gas hatte ich angeblich einen besonderen Vertrag, so dass die Kündigung nun nicht möglich war. Wie bitte?
So habe ich in diesem Jahr bei der Tariferhöhung eine Sonderkündigung geschrieben und war nach einem Monat raus aus dem Vertrag – viel zu schnell. Der neue Anbieter benötigte 2 Monate Vorlauf. Also musste ich bei dem alten Versorger auf Standard-Tarif umstellen, der schon ein Stück teurer ist, als mein „besonderer“ Tarif. Dann wollte der alte Versorger mich nicht so schnell entlassen, und ich musste erneut einen Monat länger höheren Tarif bezahlen.

Also nächstes Mal würde ich nach Möglichkeit die ganze Show im Sommer durchziehen, dann ist der Verbrauch von Gas zum überteuerten Tarif nicht nennenswert.
Bemerkenswert ist auch, dass es sich um keine Ersparnis gegenüber dem Vorjahr handelt. Bei dem neuen Anbieter wird die Rechnung minimal günstiger als beim alten. Allerdings erhöht der alte Anbieter die Preise um etwa 20%! Da mache ich nicht mit!
Von den zusätzlichen Mitteln in der Tasche (im Vergleich zum Vorjahr) braucht man aber nicht zu träumen.

Bei Strom hatte ich, mancher Kenner wird es ahnen, TelDaFax ausgewählt. FlexStrom steht bei allen Vergleichen ganz oben, war aber immer wieder in den Schlagzeilen, wenn es um undurchsichtige Tarife bzw. hohe Boni ging. Andere Anbieter boten nicht so große Boni, so dass der Wechsel kaum lohnte. TelDaFax war mir aus der Call-by-Call-Geschichte bekannt, also wurde diesem der Zuschlag erteilt.

Als einzige Meldung von ihm war die Bitte den Jahresbeitrag zu überweisen. Weder die Kündigungsbestätigung vom alten Stromanbieter, noch festgelegter Belieferungsstart. Also wollte ich zunächst nichts überweisen, solange keine bombensicheren Unterlagen vorliegen. Bis heute kam leider nichts. Das einzig Bombensichere war die Insolvenzerklärung, nachdem zunächst wegen gemeldeten Zahlungsschwierigkeiten der Deal für mich doch zu heiß geworden war.

Also dieses Jahr (ab Anfang 2012) werde ich mit Flexstrom versuchen. Wie oben erwähnt kommt es eher auf Abenteuerlust und setzt Versorger-Hopping voraus. Wenn ich genug davon habe, wechsele ich wieder zum lokalen Versorger, weil dieser ohne Berücksichtigung von Boni zu den günstigsten 10% gehört.

Hoffe, dass mein Wechsel die Frechheit des lokalen Versorgers positiv beeinflusst, so dass er mehr auf wettbewerbsfähige Preise achtet und damit die Kunden vor dem stressigen Hopping schont.

3 Gedanken zu „Gas- und Stromversorgerwechsel

  1. egghead

    Flexstrom, da man den Verbrauch nicht genau trifft bezahlt man zu viel oder den zusätzlichen Bedarf zu überteuerten Preisen, da habe ich schon alles durchgemacht.
    Jetzt nur noch monatl. Kündigung ohne Gimmicks, ich fahre damit deutlich besser. Jährliche Überprüfung udn alles ist gut

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    1. andi7

      Dass der im Packet nicht enthaltene Bedarf zu überteuerten Preisen nachbezahlt wird ist bekannt.
      Deshalb setzt man die Latte etwas höher. Wenn in der Summe trotz unverbrauchter Menge weniger gezahlt wurde, hat man doch etwas eingespart.
      Man soll den Jahresverbrauch nicht unbedingt auf KWh genau schätzen können.

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  2. egghead

    Da ich nicht mehr in einer Wohnung sondenr in einem Haus wohne schwankt der Stromverbrauch sehr stark. mit den Temperaturen. Massgeblich beteiligt ist nämlich die Pumpe für die Heizung, wenns kalt wird. Und das ist nicht planbar. die Punpe ist ein sehr neues Modell, aber wenns kalt wird läuft die Heizung und smoit arbeitet die Pumpe mehr als sonst.
    Da sind dann +-300 kwH (um mal ne Hausummer zu nennen, ich weiß den genauen Wert nicht mehr) umsonst oder zuviel bezahlte Energie schon ziemlich viel.

    Bei kleineren Schwankungen und planbarer Menge, weil z.B der Pumpenstrom in einer Etagenwohnung über die Heizkostenabrechnung abgedeckt wird geht das.
    Auf ein Paket würe ich daher nur umsteigen, wenn ich über einige Jahre sehen würde, dass der Verbrauh konstant ist.

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