"Geheimnis" für reich werden

In einem Kommentar wurde ich nach meinem „Geheimnis“ gefragt.
Da ich bisher (meiner Meinung nach) nichts Spektakuläres erreicht habe, gibt es im Grunde genommen kein MEIN Geheimnis.

Ich habe nur konsequent die all bekannten Schritte befolgt.
1. Gebe weniger aus als du einnimmst. Dabei soll die Sparquote bei mindestens 20% liegen (und nicht bei 10%) wenn man schneller vorankommen will und die Enttäuschung am Anfang, dass trotz des Sparens das Vermögen in absoluten Beträgen winzig bleibt, vermeiden will.

2. Das Eingesparte investieren. Es nützt nichts wenn das Geld brach liegt und von der Inflation aufgefressen wird. Das gleiche gilt für alle Finanzprodukte mit moderaten Zinsen. Das Geld muss(!) arbeiten und am besten hart. Wenn man das Risiko scheut, wird man nie so weit sein wie die „Mutigen“. Da das höhere Risiko langfristig(!) gesehen nicht unbedingt die bessere Rendite verspricht und umgekehrt, muss bei dem Punkt sehr tief (und breit) nachgebohrt werden. Hier ist ja Spezialwissen gefragt, was im Laufe der Zeit angeeignet werden kann.

3. Das Einkommen erhöhen und wenigstens die Hälfte der Steigerung der Sparrate zufügen.
Bei allem Respekt zu allen, die ihre Ausgaben immer weiter drücken wollen – bis auf eine initiale Optimierung, nützen weder Disziplin, noch Hartnäckigkeit, noch… die Ausgaben in nennenswerten Größen zu drücken. Das Unwort heißt Inflation. Für den gleichen Warenkorb werden wir immer mehr ausgeben müssen.
Es ist sehr schwierig die Ausgaben zu reduzieren. Viel einfacher ist es sich gar nicht an die hohen Ausgaben zu gewöhnen. Deshalb bei Gehaltserhöhung zuerst die Sparrate anpassen, und dann mit dem Rest den Lebensstandard steigern.

Wenn man diese 3 Regeln befolgt, wird je nach Sparrate in 20-25 Jahren die Finanzielle Unabhängigkeit erlangen (darunter verstehe ich, dass die passiven Einnahmen die notwendigen Ausgaben plus x (für etwas mehr Lebensfreude) bzw. das Arbeitseinkommen übersteigen).
Bis dahin war nichts Spektakuläres – es ist von jedem zu schaffen.

Nun würde ich als „Geheimnis“ Punkt 4 einführen.
4. Wage größere Sprünge.
Damit meine ich, man soll die Komfortzone verlassen. Um Millionär zu werden, reichen die ersten drei Schritte nicht. Das passive Einkommen ist irgendwann größer als das Arbeitseinkommen. Soweit OK. Aber viel ist es in den meisten Fällen nicht. Der Schritt 3 bezog sich also auf „kleinere“ Gehaltssteigerungen. Hier ist eher ein Karrieresprung gemeint. Man wird aus einem einfachen Softwareentwickler zum Projektleiter, wechselt auf die Managementschiene oder gründet ein eigenes Unternehmen.
Tja, viele Blogger mit größerem Vermögen haben diesen Schritt vollzogen. Die Sparraten schnellen dann in die Höhe, was früher mit niedrigeren Ausgaben bzw. mit dem Erhöhen der Sparquote niemals erreicht werden konnte.

Ich gebe zu, was Berufsleben angeht, habe ich den Sprung noch nicht gewagt.
Allerdings was ich gewagt habe, das war der Kauf der Immo3. Da ging es um Hunderttausende und viel Risiko. Aktuell bringt mir das Objekt ca. 800€ im Monat an passiven Einnahmen (wobei Tilgungen sind erst mal theoretischer Natur).
Nun grübele ich seit Jahren an einem großen Sprung. Da ich generell nicht so schnell vom Knie schieße, fällt mir der Schritt auch nicht leicht. Aber früher oder später muss ich den tun, um „da oben“ ankommen zu können.

10 Gedanken zu „"Geheimnis" für reich werden

  1. egghead

    Hallo Andy,

    ja ist alls richtig. und Sparsamkeit kannte auch noch die Kriegs- und Nachkriegseneration.

    Die ganz jungen Leute haben offenbar weniger Hemmugen geben schon mal mehr aus und verschulden sich im Konsum, leider. Hippes Handy, etc. gabs früher alles nicht und schon gar nicht auf Pump. Da hätte es was hinter die Ohren gegeben.

    Die Steigerung des Einkommens ist ein Knackpunkt, der ist Vielen nicht wirklich möglich. Kommt auf die Branche an, auf die Tarifabhängigkeit. Da gibt es Grenzen, die nicht leicht zu überwinden sind und es schaffen nur Wenige, evtl. mit Abendschule, Umschulung oder so. Mache können auch nicht umziehen oder sind alleinerziehend und und und. Das sind keine Ausreden sondern echte Hindernisse.

    Im IT-Bereich sieht das natürlich anders aus. :grins:
    Ich bin vor 10 Jahren aus dem Rad gesprungen und hamstere seitdem selbstständig herum :doppelgrins:
    Nur der böse Finanzamtswolf stiehlt noch was von der hart verdienten Beute.

    Antworten
    1. plutusandme

      *schmunzel*
      Jawohl, das mit hinter den Ohren kann ich bestätigen :-)
      Taschengeld gab es ja damals schon, aber wehe man hat es für “ Tünneff“ ausgegeben. Also sparen, sparen, sparen….
      Und es gilt immer noch: “ Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr “ mehr denn je.

      Antworten
    2. andi7

      Tja, die Sparsamkeit war früher eine Tugend. Es war schon ein Zeichen der Unfähigkeit die Budgetierung zu beherrschen oder gar des Abgleitens in die Armut, wenn man sich regelmäßig das Geld geliehen hat.
      Auch damals gab es irgendwelche Gegenstände, die „zum Angeben“ am besten geeignet waren. Aber der Hansi hat doch frühzeitig etwas von seinen Eltern mit auf den Weg bekommen.
      Heutzutage hat sich die Werbebranche die Jugendlichen entdeckt, und lässt diese die Gelder aus den Taschen ihrer Eltern ziehen.
      Immer neuere Trends. Der Druck bleibt hoch. Wer nicht mitmacht wird ausgegrenzt. Dabei klingt das Wort Sparen, nicht nur wie ein Überbleibsel von früheren Generationen, sondern weist auf die „Undichtheit des Daches“ hin.
      Ein Sinneswandel der Gesellschaft. Früher war Sparen etwas Selbstverständliches, etwas was einen vor einer „Schuldgrube“ bewahrt. In der heutigen Konsumgesellschaft muss du mitmachen/mithalten um nicht ausgegrenzt zu werden. Das perverseste dabei ist die „schützende Hand“ des Staates: wenn alles schief geht, kein Problem, genau dafür wurde doch die Privatinsolvenz eingeführt. Nach 6 Jahren bist du wieder ein „freier“ Mensch und kannst weiter konsumieren auf Pump wie bisher.
      (Ich habe meinen verschollenen Mietnomaden in der Stadt getroffen; er strahlt vor Freude, dass seine unzähligen Schulden bald der Vergangenheit angehören; dass er dabei den Gläubigern mächtig in die Suppe gespuckt hat – tut ihm natürlich leid, geht ihn aber nicht mehr an).
      So ein System kann nicht lange funktionieren (zum Glück).

      Steigerung des Einkommens „im kleinen“ ist (fast) immer gegeben. Wenn ein Mensch zurückblickt, was er vor 10 Jahren verdient hat, dann wundert er sich warum das heutige Geld denn nicht ausreicht.

      Im IT-Bereich sieht auch nicht viel anders aus (ich arbeite in der Branche). Steckst du als Angestellter in einer „falschen“ Firma (leider gibt es immer mehr davon), erwischt dich auch das ganze Klagen des Proletariats.
      Im IT-Bereich ist es aber leichter den großen Sprung zu wagen (oder wenigstens sich eine andere Stelle zu finden).

      Antworten
  2. C ReichLeben

    Super Beitrag, Andi. Alle Geheimnisse auf einem Blatt.

    Vor allem der Punkt Sparsamkeit ist nicht zu unterschätzen.

    Ich habe kein genaues Sparziel und versuche mir (und meiner Familie, die hauptächlich durch mich finanziert wird) das Letzte sparmäßig abzuverlangen ohne dass das Leben zu trist wird. Luxus gibt es bei mir nicht – nur bei meiner Frau. 😉

    Und obwohl ich investment- und einkommensseitig eher mittelmäßig unterwegs bin ist doch in den 7-8 Jahren seitdem ich „arbeite“ ein hübsches Sümmchen zusammen gekommen.

    Mein Geheimniss ist so ähnlich wie Deines: Geld sammeln… so viel wie irgend möglich… und dann versuchen rauszufinden, wie man es anlegt, so dass es sich vermehrt. :)

    Eigentlich ganz einfach. Ist leider ein bisschen wenig, um ein Buch damit zu füllen. Sonst hätte ich es schon gemacht – habe gehört damit lässt sich wundervoll der dicke Reibach machen. :)

    Mmmmhhh… muss wohl ´nen Ghostwroter finden, der das Ganze etwas mit Leben/Text füllt.

    Ciao
    C

    Antworten
    1. andi7

      Hi C,
      freut mich wieder was von dir zu hören.
      Ja, das ist im Kern meine Aussage. Auch wenn einer zu dem Durchschnitt gehört, jedoch nicht bei dem Konsumwettrüsten mitmacht, kann nach einigen Jahren ein nettes Vermögen aufbauen.

      Dabei würde ich das Wort Sparen gerne durch ein anderes ersetzen – z.B. Enthaltsamkeit. Denn Sparen wird mit etwas Negativem assoziiert, mit einem Verzicht auf etwas was man gerne haben will. Jedoch ich möchte die meisten Sachen gar nicht haben.
      Enthaltsamkeit ist dagegen ein Verzicht auf kurzfristige „Freuden“ wegen einem höheren Ziel. Und wenn man einmal das höhere Ziel vor Augen hat, dann sind diese kurzfristigen „Freuden“ eben keine Freuden mehr.
      Aber auch unabhängig vom höheren Ziel, gibt es noch Vernunft. Ich verzichte gerne auf die „Statussymbole“. Bei mir gibt es auch keinen Luxus (wobei dies schon sehr relativ ist). (Bei meiner Frau übrigens auch nicht – da bin ich dir ein gutes Stück voraus :p )
      Ich habe mich z.B. lange Zeit vor Smartphones gedrückt – ich sehe keinen Mehrnutzen. Nun habe ich eins gekauft. Der „Mehrnutzen“ besteht darin die Akkus öfter nachzuladen. Toll. Wozu braucht man die Dinge? Wozu teure Autos, Markenmöbel, Markenklamotten…?
      Ich bin glücklich, dass mich die materiellen Dinge kalt lassen.

      Antworten
  3. Marius

    Jaja die jungen Leute von heute, früher war alles besser 😉

    Vielleicht denke ich auch mal so wenn ich älter bin aber bislang hat das jede Generation über die nachfolgende gesagt.
    Ich sehe das anders, wenn ich mir die Nachbarschaft meiner Eltern angucke sehe ich viele „Statussymbole“ auf Pump…

    Ansonsten volle Zustimmung zu den Punkten!

    Antworten
    1. andi7

      Hi Marius,
      keiner sagt, dass früher alles besser war – aber es war definitiv anders.
      Die Schulden „durfte“ man schon im alten Babylon machen. Wer aber nicht zahlen konnte, der musste schließlich als Sklave schwerste Arbeit verrichten und ging sehr bald drauf –> natürliche Selektion. 😉 Die Dummen sterben aus (aber neue Dummen sind schon geboren) .
      Die heutigen „Dummen“ müssen nichts mehr befürchten. Neulich zählen sie offensichtlich zu den Klügeren (wenn ich meinen Mietnomaden angucke – zu Recht). Das spricht sich schnell um. Bald werden wir als Gesellschaft die Früchte in großen Dimensionen ernten.

      Antworten
  4. Anton

    Wird dieser Vergleich zu früheren Generationen nicht langsam langweilig? „Die Jugend von Heute“ wird ständig niedergemacht. Man vergisst, dass früher vieles auch einfacher war. Nicht jeder hatte ein Abitur, einen Hochschulabschluss oder war promoviert. Heutzutage sind viele dieser Abschlüsse Pflichtprogramm, um überhaupt einen anständigen Job zu bekommen, in dem man dann auch gutes Geld verdient. Seit 1960 ist die Weltbevölkerung auch von 3 Billionen auf 7 Billionen Menschen angestiegen. Etwas viel Konkurrenz hat „die Jugend von Heute“, wenn ihr mich fragt.
    Ich ziehe den Hut vor den jungen Menschen in heutiger Zeit, die trotz vieler Hürden, die ihnen die alten Generationen aufgebürdet haben, nach Erfolg streben und die Welt nach vorne treiben.

    Antworten
    1. andi7

      Es wird nicht (nur) auf die Jugend eingeprügelt.
      Das Problem betrifft alle aktuell lebenden Generationen. Die Eltern von heutiger Jugend sind auch vom Konsumwahn angesteckt. Sogar die Großeltern, die früher anders dachten/handelten ebenso (siehe Kommentar von Marius).
      Es ist das Problem unserer Gesellschaft.

      Zum einen bleibe ich bei meiner Aussage, dass früher die Werte anders waren.
      (Exkurs: Putin wirft dem Westen Werteverlust vor. So Unrecht hat er damit nicht. Deutscher Präsident und andere westeuropäische Hochrangpolitiker wollen dagegen Olympische Spiele blockieren.
      Ukraine wird zurzeit destabilisiert und dem Westen auf eine „demokratische“ Weise einverleibt. Demokratie a la USA.
      In dem Blog versuche ich einen großen Bogen um die Politik zu machen, sonst könnte ich meinen Blog gleich umbenennen, weil ich zu dem Thema viel zu meckern habe 😉 ).
      Also – man durfte lernen mit Geld (knappen Ressourcen) vernünftig umzugehen.

      Zum anderen waren die Verhältnisse ärmer. D.h. der Spielraum für Unsinn war nicht so gegeben, wie heute durch den Sozialstaat. Neueste Spiralwindung – überschulde dich so hoch wie es geht, alles wird ohnehin durch Privatinsolvenz gestrichen.

      Drittens kann man nicht leugnen, dass die Werbebrache extrem mächtig geworden ist, und durch moderne Medien viel größere Wirkung auf unser Konsumverhalten hat, als es in vor-Fernseher-Zeiten der Fall war.

      Viertens schätzt man den eigenen Stand anhand der näheren Umgebung ein. Sprich ein besser situierter aus einem ärmeren Viertel zählt sich genau so zu „Mittelstand“ wie ein schlechter situierter aus einem Millionärsviertel, obwohl deren Vermögen sich um mindestens Faktor 10 unterscheiden.
      Durch heutige offene Welt (man reist viel, guckt Fernseher mit blöden Serien) sieht man viel eher die Luxusartikel und neigt dazu den Anschluss zu finden, wo es nur geht (Smartphones, Autos). Herdentrieb.

      Antworten
    2. andi7

      Was Studieren anbetrifft. Man hört genügend Beispiele, dass früher viele Menschen eine höhere Ausbildung machen wollten, dies aber nicht konnten. Der Vater zu früh gestorben, Mutter krank usw. Man war gezwungen arbeiten zu gehen, damit der Rest der Familie überleben konnte. Der Weg führte dann über Abendschule, Meisterprüfung, dann schließlich Studium und Promovierung. Also der Weg war härter und deutlich länger.
      Heutzutage hast du das Problem nicht.

      Auch die Konkurenz zu anderen 7 Milliarden Menschen, sehe ich nicht als Riesenhindernis. Unsere Firma sucht ständig nach neuen Mitarbeitern und allgemein ist der Stellenmarkt in Deutschland nicht anzumeckern. Auch mit normaler Ausbildung findet man schon eine passende Stelle. Sicher wurde mit Zeitarbeitsfirmen und befristeten Verträgen die Arbeitswelt auf den Kopf gestellt, allerdings keiner hindert dich daran eine passende Qualifikation anzueignen und den akzeptablen Job anzunehmen.

      Ich ziehe auch den Hut vor den jungen Menschen, die trotz „schlechterer“ Ausgangslage (was jetzt Enthaltsamkeit und Konsumverhalten anbetrifft) auch mit Durchschnittsjobs ein Vermögen aufbauen können.
      Jugendliche, die mit Online-Gründungen zu Millionen gekommen sind, bestätigen nur, dass es in heutiger Zeit leichter ist reich zu werden. Von den zahlreichen Erben ganz zu schweigen.

      Antworten

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *