Geldanlage: Rückblick Teil 2

Meine Schlussfolgerung aus Experimenten.

Meistens klappte es sehr gut mit dem Einstiegszeitpunkt. Aber mit dem Ausstieg gab es immer wieder Schwierigkeiten. So wurde entweder zu früh (was an sich erst mal nicht so schlimm ist, da i.d.Regel mit keinen Verlusten verbunden ist) oder eher zu spät ausgestiegen.
So habe ich nach einer Anlage gesucht, bei der ich sehr selten oder am liebsten nie aussteigen muss.

Immobilien sind per se langfristige Anlagen. Allein wegen Kauf- und Verkaufsnebenkosten werden diese länger das Portfolio schmücken müssen. Auch der aktuelle Preis ist nicht auf Abruf vorhanden. Außerdem kann eine Immobilie nicht mit einem Mausklick veräußert werden. So gibt es viel mehr Ruhe, was Ausstiegspunkt anbetrifft.

Nach der Lektüre von dem Buch von Gerd Kommer „Souverän investieren mit Indexfonds, Indexzertifikaten und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen“, in dem behauptet wird, dass es keine Strategie gibt, langfristig den Markt zu schlagen, und dies somit nur den Glückspilzen zufällig gelingt, wurde ich auf die Anlageklasse „Emerging Markets“ aufmerksam.
Mir war schon zur Jahrtausendwende bekannt, dass diese Klasse wegen Globalisierung, EU-Erweiterung etc. sehr gut gelaufen war. Jedoch stufte ich den Erfolg als eine vorübergehende Modeerscheinung ein. In dem Buch gab es jedoch Zahlen, die diese gute Entwicklung auch in vergangenen Jahrzehnten wiederspiegeln.
Somit ist mein aktueller Topfavorit ein ETF auf Emerging Markets. (Nun so ganz aktuell sind recht alle Märkte heiß gelaufen, so warte ich wenigstens bis Jahresende auf eine Abkühlung).

Übrigens ein bisschen Zweifel an der Aussage im Buch hatte ich schon beim Lesen. Denn mein bisheriger Favorit die Dividenden-Strategie wurde doch in zahlreichen Studien anhand von aus meiner Sicht genug langfristigen Zahlenreihen bewiesen.
Auch die großen Legenden wie Buffet, Soros, Kostolany und einige andere sind existierende Beweise. Oder eben nur Ausnahmen?

Meine sekundäre Erkenntnis (gilt erst nur für mich und ist in Zukunft zu beweisen):
die „westlichen“ Aktien-Märkte, also entwickelte Länder, die in MSCI World vertreten sind, eignen sich nur bedingt für Vermögensaufbau. Denn ihre niedrigen Durchschnittsrenditen, salopp gesagt unter 10%, machen den Weg unnötig lang (und langweilig).

Zum Beispiel vom 01.01.01 bis 31.12.10 ist DAX nur um 9% gestiegen. Ich würde schon von einem verlorenen Jahrzehnt sprechen, wenn ich darin investiert wäre.

Somit ein Hoch auf Emerging Markets! (Moment mal, diese müssen erst mal wieder gewaltig krachen)

11 Gedanken zu „Geldanlage: Rückblick Teil 2

  1. Creichleben

    Interessant zu lesen was Du da so schreibst. In Bezug auf das Buch von Gerd Kommer hast Du ein paar Gedanken geäußert, die ich so für mich auch schon hatte. Es ist zweifelslos ein super Buch aber man muss sich trotzdem seine eigenen Gedanken dazu machen und gewisse Schlüsse des Autors(trotz Statistiken / Beweismaterial, welches angefürt wird) hinterfragen. Mit manchen Aussagen in dem Buch gehe ich eben auch nicht ganz konform.
    … und eines sollte man bestimmt nicht tun; anderer Leute Meinung zur eigenen machen. Jeder muss sich schließlich in seiner Haut wohlfühlen und ruhig schlafen können.
    Ich glaube, dass es mehrere Wege zum Ziel gibt. Ein Bekannter von mir hat beispielsweise innerhalb von 2 Jahren beim Online-Poker ein Vermögen (und ich meine VERMÖGEN) gemacht, andere machen das mit Immobilien und wieder andere mit Aktien, Lotto oder sonstwas. Die Risiken und Chancen sind bei genannten Beispielen sehr unterschiedlich aber jeder darf seines Glückes Schmied sein und sich selbst entscheiden wieviel Risiko er tragen mag, um in einem gewissen Zeitraum reich zu werden oder nicht. Es gilt (fast) immer, dass mehr Risiko gleichbedeutend mit mehr Gewinn (oder Verlust) ist. Was man bei dem ganzen hin- und her um Geld nie vergessen sollte, ist das reich leben mehr als nur mehr Geld bedeutet. Cheers, C

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    1. andi7

      Ich grüße dich Creichleben,
      es freut mich, dass es wenigstens für einen interessant ist, was ich da schreibe.

      Meiner Meinung nach gehört das Buch zu den besten. Mir persönlich hat es sehr viel Ruhe gebracht. Deshalb werde ich dem Buch einen eigenen Post widmen.
      Allerdings, wie du zutreffend schreibst, muss auch hier, wie bei jedem anderen Buch alles hinterfragt und eigene Schlussfolgerungen gezogen werden.

      Zur Zeit habe ich mir das andere Buch von Gerd Kommer ergattert: „Kaufen oder mieten?“. Trotz des wissenschaftlichen Ansatzes und Statistiken wird der Leser in eine Einbahnstraße eingepfercht und muss ja… nicht korrekte Schlussfolgerungen anhand von einseitigen Behauptungen ziehen. Ich meine, ein Wissenschaftler muss unvoreingenommen sowohl Vorteile als auch Nachteile erleuchten, dann sein Fazit ziehen, aber der Leser kann immer noch entscheiden, welche Argumentation mit welchem Gewicht versehen wird und damit evtl. sich für das genaue Gegenteil entscheiden. In diesem Buch hat er dazu keine Chance. Also ich muss das Buch in meinem Blog demontieren. Nun habe ich es noch nicht ganz durchgelesen.

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      1. andi7

        Ich stimme dir zu, dass es mehrere Wege gibt, ans Vermögen zu kommen. Ich behaupte sogar, dass es sehr wenige durch das Investieren geschafft haben (wenigstens die ich kenne oder von denen ich gelesen habe).
        Vor allem wenn man noch nicht vermögend ist, gibt es viel schnellere Wege. Allerdings sind immer so viele Faktoren im Spiel – die Lebenseinstellung, Selbstwertgefühl, eigene Erfahrungen, Risiko-Einschätzung und –Bereitschaft, Freunde, Familie, Ausbildung, Job etc., dass man sich eher verloren in der großen Welt füllt, sich kaum auf das Eine konzentrieren kann, will Erfahrung sammeln und damit die aktiven Schritte in die Zukunft verlegen. Leider werden dann viele vom Alltag so sehr überwältigt, dass sie dann nicht mehr auf die Gedanken kommen im eigenen Leben etwas zu ändern. Viele von denen aber, die in jungen Jahren etwas gewagt haben, können sich trotz evtl. Rückschläge, Aussichtslosigkeit und gezwungener Demut, auf den Lorbeeren „ausruhen“.

        Aber es ist nie zu spät die Grundsätze zu ändern! Vor allem es ist nie verkehrt die Grundsätze und das bisher Erreichte zu prüfen.

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    2. andi7

      Kannst du etwas konkretisieren, was du unter “Was man bei dem ganzen hin- und her um Geld nie vergessen sollte, ist das reich leben mehr als nur mehr Geld bedeutet” meinst?

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  2. andi7

    Bloggen hat eigene Finessen.
    Als ich die Antwort auf deinen Kommentar verfasst habe, kam ich auf 2 DINA4-Seiten. Nun habe ich versucht auf das Wesentliche zu reduzieren und die entstehenden Gedanken am Rande in eigene Posts ausgelagert. Offensichtlich habe ich sooo viel los zu werden. Oder mach ich mir zu viele Gedanken? Das Leben könnte so einfach sein.

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  3. C ReichLeben

    jo, zu viele gedanken sind manchmal schädlich. zumindest dann, wenn sie einen lähmen und aktion unterbinden. was ich mit dem einen satz meinte, ist das man versteht das nicht nur von einem ziel in der zukunft visioniert wird sondern, dass man auch das jetzt&hier mit kurzfristigen (vor allem auch nicht monetären) zielen versieht. es kann jeden tag zu ende sein und zuviele gedanken um nur ein thema machen mürbe. natürlich darf man ein langfristiges ziel nie aus den augen verlieren aber einem sollte immer bewusst sein, dass das glück nicht durch das erreichen des langfristigen zieles von alleine kommt. ich hatte vorgestern unter http://reich-leben.blogspot.com/p/am-wegesrand.html einen interessanten link gepostet. eigentlich ist das was dadrin steht jedem bewusst aber man sollte sich von zeit zu zeit mal dran erinnern. außerdem viele kleine ziele in babysteps zu erreichen macht sicherlich glücklicher als eine dekade nur hinter dem großen ziel hinterherzujagen. So, habe jetzt auch schon viel geschrieben und doch noch längst nicht alles gesagt. 😀 ciao, c

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  4. C ReichLeben

    Moinmoin, was ist hier los? Wann kommen hier mal Neuigkeiten. Motivation zum bloggen verloren oder einfach nur zu busy.
    Momentan kannste ja ganz glücklich sein, dass all Dein Geld in Immobilien investiert ist. 😀
    Ciao,
    C

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    1. Andi

      Hi,
      ich beherzige deinen Tip, dass “Reich werden” nicht alles ist und man die anderen Bereiche des Lebens nicht vergessen darf. 😉
      Aber im Ernst, “einfach nur zu busy” ist ja passendere Ausrede. Vor dem Urlaub muss so vieles getan werden.

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        1. Andi

          ich war nicht shoppen – ich schreibe Memoiren (es war kein frischer Kauf, sondern aus 2006)

          Danke, dies mal werde ich im Urlaub wie nie zuvor, ja so richtig richtig, die Sonne genießen 😛

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  5. Andi

    Die Börsen bewegen sich zwar im Moment (hin- und her) aber etwas Dramatisches gab es nocht nicht.
    Ich kann mich zur Zeit freuen, da es seit Jahresanfang an den Börsen keine relevante Steigerung gab. Dafür habe ich auch an der Höhenflug ab 2009 nicht teilgenommen.

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