Portfolio Rebalancing

Bald muss ich entsprechend meinem Wunsch-Portfolio Papiere kaufen. Zur Zeit gibt es viel zu überlegen und demnach viel zu schreiben. Aus Zeitgründen schaffe ich nicht meine Überlegungen wohl strukturiert darzustellen, deshalb möchte ich an dieser Stelle ein wichtiges Thema vorgreifen.

Eine der Aussagen der modernen Portfoliotheorie ist nun, dass die einzelnen Assets aus der gleichen Asset-Klasse ungefähr die gleiche Chance- sowie Risiko-Erwartung aufweisen. Einige Zeit läuft das eine Asset besser als die anderen, dann gibt es Führungswechsel. Somit führt die aktive Auswahl langfristig gesehen zu der durchschnittlichen Rendite der Klasse, wohlgemerkt vor Berücksichtigung der Gebühren.

Ein passiver Anleger kauft sich die Asset-Klasse komplett und hat damit die gleiche Durchschnittsrendite. Da jedoch die Gebühren fürs Hin und Her entfallen, bleibt ihm unter dem Strich mehr in der Tasche.

Die andere Erkenntnis ist, dass die Wirkung von Rebalancing sehr mächtig ist. Bei einem „ausgewogenen“ Depot bringt sie eine Überrendite von etwa 1%. Rebalancing bezieht sich in der Regel auf das gesamte Depot, in dem sowohl “risikoarme“ als auch risikoreiche Asset-Klassen vertreten sind.

Aber auch anstatt z.B. Aktien World zu nehmen, zieht man oft vor, die einzelnen Märkte USA, Japan und Europa mit eigenen festen Wunsch-Anteilen zu versehen und mit Rebalancing konstant zu halten. In diesem Fall werden auch temporär vernachlässigte Märkte stärker gekauft und die gut (heiß) gelaufenen teilweise verkauft.
Obwohl die Rendite- und Risiko-Erwartung für jeden Markt ungefähr gleich sind (es sind ja einzelne Assets aus der Klasse MSCI World), wird durch Rebalancing das Risiko etwas reduziert (die Wahrscheinlichkeit, dass unterdurchschnittlich entwickelte Assets wieder unterdurchschnittlich abschneiden, sinkt), während die Rendite steigt.

So liegt es auf der Hand zu behaupten, dass die Aufsplittung jeder(!) Asset-Klasse in einzelne Assets und regelmäßige Anwendung von Rebalancing eine bessere Performance bei gleichzeitig reduziertem Risiko aufweisen wird.

Das größte Problem dabei sind wiederum die Gebühren. Zum einen beim Kauf, zum anderen für Rebalancing selbst. Empfiehlt sich also erst ab vernünftigen Beträgen.

Natürlich ziele ich nicht auf die Aufsplittung von MSCI World (halbe Welt) oder MSCI Emerging Markets (die andere Hälfte der Welt) in einzelne Aktien, sondern wenigstens auf einzelne Länder.

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