Value Investing Schritt 1

Der Begriff Value Investing selbst, einige Zitaten dazu sowie auch die Behauptung, dass es die beste (vielleicht ja die einzige) Strategie ist, den Markt langfristig zu schlagen, haben mich dazu bewogen mehr über Value Investing zu erfahren und letztendlich anfangen zu investieren, um an der eigener Haut Erfahrungen zu sammeln.

Leider konnte ich selten eine geeignete “Schritt für Schritt”-Anleitung finden.
Tim Schäfer hat in seinem Blog eine “11 Schritte Liste für Value Investing” erstellt.
Diese ist für mich ein typisches Beispiel, dass darüber sehr heiß geredet wird, der “Kunde/Leser” aber keinen Kapital daraus schlagen kann – es sind viele zum Thema gehörende Floskeln drin; wie man letztendlich anfangen soll –ist weiterhin ein Rätsel. Wie finde ich passende Unternehmen?!
So habe ich spontan entschieden meine eigene Schrittliste nieder zu schreiben.

Ich bin kein jahrelang erfahrener Value-Investor. Ehrlich gesagt wurde bisher keine einzige Aktie nach diesem Prinzip (Value Investing nach meinem Verständnis) gekauft. D.h. jedwede Kritik und Anregung ist willkommen. Ab Ende September wird aber danach gehandelt, d.h. es bleibt nicht bei reiner Theorie.

Schritt 1:
Kaufe nur Unternehmen mit einer Eigenkapitalrendite, die mindestens 10% jährlich beträgt, und nachhaltig (stetig) erwirtschaftet wird.
Ich möchte nur Unternehmen kaufen, die in ihrem Geschäftszweig etwas bewirken können. Wenn eine Firma nicht mal 10% auf Eigenkapital erwirtschaften kann, ist entweder die Branche vor dem Untergang oder Firmenmanagement hat nicht das Zeug dazu. Auf jeden Fall wäre das mögliche Wachstum des Aktienkurses nicht auf die Wertschöpfung zurückzuführen sondern auf temporäre Spekulation d.h. entweder ist das Unternehmen gerade “in” (Empfehlung von Analysten etc.), die Branche oder der ganze Aktienmarkt (es wird quer durchs Beet alles gekauft). Ich möchte jedoch nur Unternehmen kaufen, die Gewinne (am besten satte Gewinne) erwirtschaften, von denen ich künftig meinen Anteil bekommen werde.

Dabei muss auch ein Auge auf die Eigenkapitalquote geworfen werden. Denn der gleiche Gewinn bezogen auf Eigenkapitalquote von z.B. 10% und 60% liefert total unterschiedliche Eigenkapitalrenditen. Die starken Unternehmen haben jedoch auch eine ansehnliche Eigenkapitalquote (i.d.R. größer 30%, oft auch viel mehr).

Auf msn.money bekomme ich die meisten Daten, mit denen ich meine Analyse durchführen kann.
Unter quicklinks->Kennzahlen->10-Jahres-Analyse sehe ich in der Spalte Eigenkapitalrendite auf einen Blick, ob das Unternehmen weiter analysiert werden soll.
(Im Feld “Name, Kürzel” gebe ich nacheinander die einzelne Kürzel ein; eine Auflistung von z.B. Dax-Unternehmen mit ihren WKNs bekomme ich bei Onvista).
Für viele Unternehmen ist bereits hier die Endstation meiner Analyse.
Leider gibt es auf msn.money insbesondere für kleinere Firmen nicht immer die gewünschten Informationen. Ich bin aber nicht auf Small-Caps fixiert, kann mittlere und größere europäische Unternehmen auch gut vertragen.

Wichtig:
Wir kaufen keine Aktien, sondern Unternehmen. D.h. die ganze technische Analyse (Charts) interessiert uns erst mal nicht im Geringsten.
Wir finden die besten Unternehmen und halten diese eine lange Zeit. Am besten immer, aber da der Markt sowohl nach unten als auch nach oben übertreibt, sind früher oder später die Aktienkurse viel zu hoch und es darf (natürlich dann mit Gewinn) verkauft werden, und man wartet dann auf günstigeren Wiedereinstieg.
10/10-Regel: kaufe nicht mal für 10 Sekunden Unternehmen, die du nicht 10 Jahre lang halten würdest. Somit ist man gegen alle Modetrends und heiße Tipps resistent.
Da wir über einen längeren Zeitraum sehen wollen, dass die mindest-Eigenkapitalrendite wirklich erbracht wurde, entfallen die ganzen IPOs und die ultra-neuen Aktien (weniger als 5 Jahre am Markt).

3 Gedanken zu „Value Investing Schritt 1

  1. andi7

    Hallo Arkad,
    danke für die Aufnahme in deine Liste.
    Schön, dass es dich wieder gibt!
    Du hast offensichtlich das Talent sehr viele unterschiedliche Menschen zu vereinen. Deshalb bitte nicht nachlassen!

    Antworten

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