Stand der Dinge

Zunächst habe ich viel Zeit mit Einstellung zum Job bzw. meinem Verdienst verbracht.
Das Buch von L.Seiwert hat mir gezeigt, dass ich nicht allein bin, der sich solche Fragen stellt. Dazu mehr im Resümee zum Buch.
Darüber hinaus wurden einige weitere Bücher zum Thema Jobauswahl/Bewerbung/Eigene Stärken ausgeliehen und durchgeblättert. Daraus folgte eine Initiativbewerbung an eine Investmentabteilung einer Bank. Denn ich möchte nicht einen “blinden” Tausch durchführen, d.h. die jetzige Branche für die unser IT-Unternehmen Dienstleistung anbietet, auf eine ähnliche oder für mich genauso nicht ansprechende Branche wechseln. Mich interessiert Portfoliomanagement und Unternehmensanalyse. Basta. Ansonsten kann ich im jetzigen Unternehmen bleiben und mir nebenbei ein Portfolio aufbauen mit dem ich innerhalb der nächsten 10 Jahre sowieso finanziell unabhängig werde. 😉

Zwischendurch ging ja viel Zeit in die Steuererklärung, Antrag bei unserem Sozialstaat, Betriebskostenabrechnung für meine Mieter.

In der Zeit habe ich mir das Buch „Cashkurs“ von Dirk Müller „angeschaut“ sowie „die Regel Nummer 1“ von Phil Town.
Zu „Cashkurs“: es ist ein 0815-Buch zum Thema „Private Finanzen im Allgemeinen“, wobei der Autor mir schon sympatisch ist (wie er schreibt). Also für mich war nur zum Durchblättern. Geht auf Sparen ein und Rauswurf der unnötigen/teuren Versicherungen. Also für neugeborene Haushalte sicher geeignet, für etwas Erfahrene nichts Neues.

An die „Regel Nummer 1“ stellte ich sehr hohe Ansprüche, weil vor Jahren die Resonanz sehr „laut“ und sehr positiv war. Das erste Kapitel erinnerte mich aber an Markus Frick „Ich mache Sie reich!“. Es ging nur darum wie toll es ist mit 15%-Rendite pro Jahr zu leben und wie dumm sollen diejenigen sein, die sich mit weniger zufrieden geben.
Dann ging es um die Unternehmensbewertung. Das Thema an sich interessiert mich zur Zeit über alles.
Die Strategie im Buch sucht – wie der Autor selbst beschreibt – nach Lamborghinis zum halben Preis. Der Ansatz ist an sich nachvollziehbar. Nur es gibt denkbar nicht so viele Lamborghinis und noch seltener zum halben Preis. Vor allem die Vorselektion – denke nach von welchen Unternehmen du Produkte kaufst und dich dabei wohl fühlst, nimm die tollsten davon – störte mich zu sehr. Denn im Buch nimmt er fast jedes beliebige Unternehmen und findet dabei (mit 50%-Wahrscheinlichkeit) einen Lamborghini, der aktuell nicht mal zum halben Preis an der Börse angeboten wird.
Sein „Schritt für Schritt“-Beispiel legt los im März 2003. Was für ein Wunder. Zu dem Zeitpunkt waren nicht nur Lamborghinis zum halben Preis, sondern auch der ganze Rest zu Schleuderpreisen zu haben.
Trotz der ganzen Euphorieaufzwingerei (also ami-mäßig) ist das Buch sehr lesenswert. Ich konnte aus dem Buch einiges mitnehmen. Die einzelnen Aspekte werde ich daher in einzelnen Posts aufschreiben.

Noch bedeutender war jedoch mein Fund auf dem Blog http://www.sfg-value.de/.
EasyBuffett – die Unternehmensbewertung aus dem Buch “Buffettology”. Ich bin ein Freund von Zahlen und Formeln. Es wird überall viel darüber geredet, wie wichtig es ist vor dem Kauf das Unternehmen zu bewerten, um zu wissen, was man kauft und ob der Preis angemessen ist. Bisher konnte ich jedoch keine einfache Berechnungsformel finden.
Mit EasyBuffett habe ich nun eine starke Waffe im Einsatz. In Verbindung mit „Regel1“-Prinzipien geht die Suche nach hervorragenden Unternehmen los.

Ich möchte zuerst eine Watchlist aufbauen und paar Monate trocken üben. Die Portfolioaufteilung bleibt bestehen. Lediglich die Asset-Klassen Europa/Dax sowie Nebenwerte/Strategie werden künftig mit Einzelaktien besetzt.

Also die Langeweile ist vorbei. Hunderte Unternehmen warten auf mich, um analysiert zu werden!

3 Gedanken zu „Stand der Dinge

  1. Marius

    Viel Erfolg bei deiner Bewerbung!
    Ich finde es immer sehr wichtig, dass man nicht nur nach monetären Dingen schaut beim Job sondern auch wie er einem gefällt. Im Endeffekt ist Geld und Lebenszufriedenheit ja gegeneinander tauschbar, nur der Kurs ist variabel 😉

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    1. andi7

      Danke Marius,

      das Problem ist dabei, dass einem Menschen unterschiedliche Tätigkeiten “gefallen”. Mit den Jahren können sich die Prioritäten extrem verschieben, oder es kommen neue Tätigkeiten/Erkenntnisse hinzu.
      Leider “darf” man nur einmal im Leben studieren (zu einem späteren Zeitpunkt ist man mit Geldverdienen zu sehr beschäftigt).

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