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Buchrezension „Ausgetickt“

Gleich am Anfang sei gesagt – ich habe das Buch nicht bis zum Ende gelesen.
Nicht weil die Qualität so schlecht wäre, sondern weil die Thematik immer wieder zum Nachdenken verführt und man verfällt ins Nachgrübeln – dabei kommt man mit dem Buch selbst nur langsam voran.

Von dem Herrn Seiwert habe ich den Klassiker Mehr Zeit für das Wesentliche (sowie die „verkürzte“ Form „1×1 des Zeitmanagements“).
Das Buch Ausgetickt unterscheidet sich generell von diesen beiden Werken. Die waren echte Fachbücher, gut strukturiert und konnten Kapitel für Kapitel ins reale Leben integriert werden.
„Ausgetickt“ besteht aus vielen Lebensgeschichten und Überlegungen, die in unterschiedliche Richtungen laufen und oft einander aushebeln oder einander wiedersprechen – also genauso wie das Thema selbst.

„Manche Menschen schaffen permanent Spitzenleistungen ohne dabei Burnout zu bekommen – wie schaffen sie das nun?“ Auf den ersten 40 Seiten werden dann einige „Prominente“ beschrieben, ohne letztendlich auf das „wie“ zu kommen.
Etwa nach 100 Seiten wollte ich das Buch als „bla-bla-bla“ einstufen und zur Seite legen. Es kam nichts Neues nur alt bekannte Floskeln.
Ich musste aber feststellen, dass trotz wenig Neues das Buch mich zum Nachdenken über meine eigene Situation animiert. So habe ich immer weiter gelesen und bin irgendwann an dem Punkt angekommen, mich bewusst für eine bestimmte Beziehung zu meiner jetzigen Arbeitsstelle zu entscheiden.
An dieser Stelle werde ich behaupten, dass das Buch nicht von jedermann verstanden wird. Nur bei den Menschen, die sich auf der Suche befinden, werden ihre eigenen Gedanken in neuere Richtungen geleitet.

Ich konnte dem Buch zunächst entnehmen, dass meine „verwirrte“ Situation nichts Außergewöhnliches ist. Die meisten homo sapiens (außer den Naturtalenten in dieser Hinsicht) landen früher oder später in dem Zustand, stellen sich Sinn-Fragen und krempeln eventuell ihren Lebensstil um.

Auch die Hauptaussage „Fremdbestimmung macht Stress – Selbstbestimmung ist ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zum Erfolg“ wird in einem späteren Kapitel ausgehebelt. Laut einer Studie hat am meisten Stress die Gruppe der Hausfrauen. Nun wenn man überlegt, dass diese ja mit Abstand über ihre Aufgaben und Zeiteinteilung selbst entscheiden können und kein Vorgesetzter ihnen etwas zu sagen hat bzw. die „Qualität“ der Arbeit überprüft, stellt man die Hauptthese in Frage. D.h. auch wir selbst können uns zu viele Aufgaben auf die Liste schreiben, uns unnötig unter den Zeitdruck/Leistungsdruck setzen und letztendlich ohne Vorgesetzte genauso darunter leiden.
Nun kommt es auf die Art und Menge der Arbeit, die man auch selbständig ausführt.

Letztendlich was einen hinreißt, womit man sich gerne beschäftigt – nur dies kann einen zu außergewöhnlicher Leistung führen, ohne einen Burnout oder Schlaganfall riskieren zu müssen.
Die meistens von uns können dieser altbekannten Erkenntnis uneingeschränkt zustimmen. Leider wird diese Erkenntnis zu selten in die Praxis umgesetzt, so dass die meisten doch sich mit nicht zufriedenstellenden Tätigkeiten beschäftigen und dabei in die Psychofalle laufen.

In einigen Rezensionen (bei Amazon) wird „geschimpft“, dass Herr Seiwert mit seinem Zeitmanagement immer mehr Menschen zu Schlaganfällen führt. Diese Kommentatoren haben das Buch nicht wirklich gelesen. Denn Herr Seiwert nimmt in „Ausgetickt“ unmissverständlich Abstand zu Zeitmanagement und Leistungsdruck. Man soll sich zuerst die Frage Stellen was möchte ich am liebsten machen, und nicht wie schaffe ich möglichst viel davon, was von mir erwartet wird. Ein mutiger Schritt für einen Zeitmanagement-Guru.

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Der Druck nimmt immer mehr zu. Deshalb kommt es immer härter drauf an, in wieweit identifizierst du dich mit deiner Arbeit. Handelt es sich um deine Leidenschaft oder nur ums Geldverdienen?

Nicht verkneifen kann ich den Kommentar zu der Studie, dass die Menschen immer schneller sich bewegen. Man hat an sehr menschenreichen Straßen in unterschiedlichen Städten die Durchschnittsgeschwindigkeit der Fußgänger gemessen und miteinander verglichen. Nach 10 oder 20 Jahren hat man das Experiment wiederholt. In allen Städten hat die Geschwindigkeit zugenommen. Ich habe gleich an den Film „In time“ gedacht. Dieser ist wirklich empfehlenswert!

Also für das Buch kann ich die Note 3 vergeben. Es bietet keine vorgefertigten Lösungen oder Schritte an, sondern hilft einem den eigenen Weg zu finden, indem man etwas konkreter in sich selbst hineinschaut. D.h. das Buch wäre nur für die Personen interessant, die mit ihrer aktuellen Situation (z.B. Arbeitsstelle) nicht zufrieden sind, wissen nicht warum und bereit sind sich selbst zu erforschen.

Stand der Dinge

Zunächst habe ich viel Zeit mit Einstellung zum Job bzw. meinem Verdienst verbracht.
Das Buch von L.Seiwert hat mir gezeigt, dass ich nicht allein bin, der sich solche Fragen stellt. Dazu mehr im Resümee zum Buch.
Darüber hinaus wurden einige weitere Bücher zum Thema Jobauswahl/Bewerbung/Eigene Stärken ausgeliehen und durchgeblättert. Daraus folgte eine Initiativbewerbung an eine Investmentabteilung einer Bank. Denn ich möchte nicht einen „blinden“ Tausch durchführen, d.h. die jetzige Branche für die unser IT-Unternehmen Dienstleistung anbietet, auf eine ähnliche oder für mich genauso nicht ansprechende Branche wechseln. Mich interessiert Portfoliomanagement und Unternehmensanalyse. Basta. Ansonsten kann ich im jetzigen Unternehmen bleiben und mir nebenbei ein Portfolio aufbauen mit dem ich innerhalb der nächsten 10 Jahre sowieso finanziell unabhängig werde. 😉

Zwischendurch ging ja viel Zeit in die Steuererklärung, Antrag bei unserem Sozialstaat, Betriebskostenabrechnung für meine Mieter.

In der Zeit habe ich mir das Buch „Cashkurs“ von Dirk Müller „angeschaut“ sowie „die Regel Nummer 1“ von Phil Town.
Zu „Cashkurs“: es ist ein 0815-Buch zum Thema „Private Finanzen im Allgemeinen“, wobei der Autor mir schon sympatisch ist (wie er schreibt). Also für mich war nur zum Durchblättern. Geht auf Sparen ein und Rauswurf der unnötigen/teuren Versicherungen. Also für neugeborene Haushalte sicher geeignet, für etwas Erfahrene nichts Neues.

An die „Regel Nummer 1“ stellte ich sehr hohe Ansprüche, weil vor Jahren die Resonanz sehr „laut“ und sehr positiv war. Das erste Kapitel erinnerte mich aber an Markus Frick „Ich mache Sie reich!“. Es ging nur darum wie toll es ist mit 15%-Rendite pro Jahr zu leben und wie dumm sollen diejenigen sein, die sich mit weniger zufrieden geben.
Dann ging es um die Unternehmensbewertung. Das Thema an sich interessiert mich zur Zeit über alles.
Die Strategie im Buch sucht – wie der Autor selbst beschreibt – nach Lamborghinis zum halben Preis. Der Ansatz ist an sich nachvollziehbar. Nur es gibt denkbar nicht so viele Lamborghinis und noch seltener zum halben Preis. Vor allem die Vorselektion – denke nach von welchen Unternehmen du Produkte kaufst und dich dabei wohl fühlst, nimm die tollsten davon – störte mich zu sehr. Denn im Buch nimmt er fast jedes beliebige Unternehmen und findet dabei (mit 50%-Wahrscheinlichkeit) einen Lamborghini, der aktuell nicht mal zum halben Preis an der Börse angeboten wird.
Sein „Schritt für Schritt“-Beispiel legt los im März 2003. Was für ein Wunder. Zu dem Zeitpunkt waren nicht nur Lamborghinis zum halben Preis, sondern auch der ganze Rest zu Schleuderpreisen zu haben.
Trotz der ganzen Euphorieaufzwingerei (also ami-mäßig) ist das Buch sehr lesenswert. Ich konnte aus dem Buch einiges mitnehmen. Die einzelnen Aspekte werde ich daher in einzelnen Posts aufschreiben.

Noch bedeutender war jedoch mein Fund auf dem Blog http://www.sfg-value.de/.
EasyBuffett – die Unternehmensbewertung aus dem Buch „Buffettology“. Ich bin ein Freund von Zahlen und Formeln. Es wird überall viel darüber geredet, wie wichtig es ist vor dem Kauf das Unternehmen zu bewerten, um zu wissen, was man kauft und ob der Preis angemessen ist. Bisher konnte ich jedoch keine einfache Berechnungsformel finden.
Mit EasyBuffett habe ich nun eine starke Waffe im Einsatz. In Verbindung mit „Regel1“-Prinzipien geht die Suche nach hervorragenden Unternehmen los.

Ich möchte zuerst eine Watchlist aufbauen und paar Monate trocken üben. Die Portfolioaufteilung bleibt bestehen. Lediglich die Asset-Klassen Europa/Dax sowie Nebenwerte/Strategie werden künftig mit Einzelaktien besetzt.

Also die Langeweile ist vorbei. Hunderte Unternehmen warten auf mich, um analysiert zu werden!

Buch: „Ausgetickt“ von Lothar Seiwert

Tja, ich lese auch manchmal Bücher 😉

Diesmal habe ich mir „Ausgetickt“ von Lothar Seiwert ausgesucht – „lieber selbstbestimmt, als fremdgesteuert“.

Ich habe zwar erst angefangen, bin aber auf den ersten Seiten bereits auf eine fette These gestoßen „Fremdbestimmung macht Stress- Selbstbestimmung ist ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zum Erfolg.“

Wahrscheinlich werde ich dem Buch nichts Größeres entnehmen können. Denn diese These von einem führenden deutschen Zeitmanager deckt sich zu 100% mit dem, was ich in meinen Überlegungen erreicht habe und was mich immer wieder beschäftigt.

Nicht die Art der Arbeit, nicht die Menge, nicht irgendwelche anderen Einflüsse haben auf mich so eine große Auswirkung wie Selbst- bzw. Fremdbestimmung.

Also wenn ich etwas aus mir heraus tue, kann ich weit über 8-10-12 Stunden am Tag arbeiten, nachts oder am Wochenende. Es wird nicht langweilig, ich werde nicht müde.
Wenn ich jedoch die Arbeit von jemand anderem aufgebürdet bekomme, die ich nicht mag, die ich für nicht nötig oder nicht dringend halte, dann baut sich in mir so ein innerer Widerstand auf, dass ich die einfachste Arbeit nur mit deutlicher Zeitlimitüberschreitung und mit Mühe schaffe.
Man könnte natürlich auf das eigene Innere nicht hören, und brav alle Aufgaben abarbeiten, die man auf den Tisch bekommt. Ist es aber der richtige Weg? So wie uns die „Experten“ erzählen – selten.

Aus dieser Hinsicht – was für ein Potenzial steckt in jedem von uns!

Ich werde die aus meiner Sicht interessantesten Thesen im Blog festhalten.