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Asset Allocation – risikoarmer Teil

Die Aufteilung des risikoreichen Teils meines Portfolios stand ja schnell fest.
Eigentlich wurde die passive Strategie mit der weltweiten Diversifikation, einem relativ großen Anteil an Emerging Markets und Abbildung mit günstigen ETFs schon vor vielen Jahren ausgewählt.

Schwieriger war die Frage wieviel Risiko traue ich mir zu. Also wie groß soll der Anteil an den risikoarmen Asset Klassen sein.

Zum einen befinde ich mich in der Ansparphase. Es geht um Vermögensaufbau. Also nicht sparen für etwas auf einen festen Termin in mittleren Zukunft. Es stehen etwa zwei Jahrzehnte (bis zur Rente) zur Verfügung. Also „Full In“ in Aktien (risikoreich)?
(Aber Moment mal, wieso bis zur Rente? Möchte doch schon früher aus dem Hamsterrad aussteigen.)

Bei der Überlegung sollte noch meine Leidenschaft für Immobilien berücksichtigt werden. Es kann passieren, dass plötzlich ein Objekt auftaucht, bei dem ich nicht vorbei gucken kann. Es wird immer wieder mit einem oder anderem Objekt liebäugelt. Früher oder später wird daraus ein Date.
Grübel, grübel…

Dann wurde das Buch von Kommer wieder im Gedächtnis gerufen (nachgelesen). Es heißt ja – „die Beimischung von Anleihen reduziert das Risiko spürbar, aber die Rendite kaum“.
Gemeint ist natürlich in „haushaltsüblichen Mengen“.
Ok, das ist ein Argument. Die risikoärmeren Klassen werden beigemischt.

Nun wieviel?

Die Formel „Aktienanteil=100 minus Lebensalter“ halte ich inzwischen für Quatsch.
Aktien bleiben die beste Asset Klasse. Auch im hohen Alter muss nicht alles über Bord geworfen werden. Es gibt entsprechende Entnahmestrategien. Oder mal die Überlegung für die Nachkommenschaft etwas übrig zu lassen.
Will man im „Alter“ von dem Portfolio leben, dann könnte ein kleinerer Teil in risikoärmere Anlagen umgeschichtet werden, der dann komplett verzehrt wird, einen Teil von replizierend auf ausschüttend umstellen, somit werden relativ konstante „monatliche“ Zuflüsse generiert, die dann im Normalfall von Jahr zu Jahr automatisch steigen und den Rest weiter laufen lassen.
Also bei 75% Aktienanteil spricht man schon von aggressiv. Den Anteil noch kleiner zu machen, nimmt aber die Rendite weg. Dann lieber innerhalb der Aktien-Klasse weiter streuen auf Small-Caps oder so.

Was kommt nun in Betracht?

Kurzfristige Staatsanleihen sowie Geldfonds bringen aktuell negative Rendite.
Dann lieber das Geld als Cash vorhalten. Von mir aus auch als Tagesgeld mit 10-9 % Guthaben-Zinsen.

Da als Sicherheitspuffer sowieso 2 bis 3 Monatsgehälter zuvor zur Seite gelegt werden sollten, also 5.000€ halte ich für ausreichend, brauche ich beim monatlichen Besparen erstmal keine Gedanken um diese Position zu machen. Erst wenn das Depot sechsstellig wird, könnte man nochmal darüber nachdenken.

Staatsanleihen, ob mittel- oder langfristig bringen nur mini-Renditen. Zwar konnte man auch in den letzten Jahren damit relativ gute Rendite einfahren. Aber je mehr die EZB-Banken von Staatsanleihen aufkaufen, desto mächtiger wird dann der Crash sein.

Bleiben noch Unternehmensanleihen oder Staatsanleihen von Emerging Markets.
Tja, der beste ETF-Vertreter für Unternehmensanleihen ist meiner Meinung nach
A1JKSU „SPDR Barclays Euro High Yield Bond UCITS ETF“.
Leider ist dieser nicht sparplanfähig. So habe ich von der Sorte direkt für ca.1.000€ einmalig gekauft.
Dies wird so alle 6 Monate gemacht.

Monatlich bespart wird dagegen DBX0AV „Staatsanleihen von Emerging Markets“-ETF von „db x-trackers“. Leider fallen in diesem Fall die Kaufgebühren von 1,5%, was bei monatlichen Beträgen in absoluten Zahlen zwar nicht viel ausmacht, aber auf die lange Sicht durch seltenere (so alle 6 Monaten) Kaufintervalle zu optimieren wäre. Eines Todes muss man sterben.

Allerdings die beste Korellation zu den Aktienmärkten und Anleihen bieten die Rohstoffe.
Darunter sind die zwei mächtigsten Vertreter Öl und Gold.
Da ich nach einem sparplanfähigen ETF suchte und Depotstruktur nicht gleich zu komplex machen wollte, habe ich mich doch für einen ETF entschieden, der mehrere Rohstoffe in ungefähr gleichen Anteilen beinhaltet.

Wie bereits im früheren Blog-Artikel Kontomodell geschrieben, stehen nun monatlich 1.035€ zum Investieren bereit, die direkt von Immo-Konten auf Depot-Referenzkonto überwiesen werden.

Die Gesamtaufstellung sieht nun folgendermaßen aus:
75% Aktien
15% Anleihen
10% Rohstoffe

Die Gesamtaufstellung mit konkreten ETFs:
25% ETF120 „Comstage MSCI USA“
25% ETF111 „Comstage MSCI Europe“
25% ETF127 „Comstage MSCI Emerging Markets“
15% DBX0AV „db x-trackers Emerging Markets Liquid Eurobond UCITS ETF 1C (EUR hedged)“
10% ETF090 „Comstage Commodity ex-Agriculture“

Natürlich stellt meine persönliche Aufstellung keine Kaufempfehlung dar.
Mehr noch – wer bessere Vorschläge hat, bitte melden!

Soweit zur Portfolio-Struktur.

PS: natürlich fehlt hier noch die Betrachtung der Asset-Klasse Immobilien, aber davon habe ich relativ zum Gesamtportfolio mehr als genug.

Asset Allocation – Aktienanteil

Wie bereits geschrieben, wird seit Juli Cashflow aus Immobilien von den entsprechenden Mietkonten direkt ins Depot überwiesen.
Somit musste ich mir wiederum Gedanken über Portfoliozusammensetzung machen.

Für den Aktienanteil war die Zusammensetzung relativ schnell gefunden. Obwohl ich vor einigen Jahren auf USA und Japan verzichten wollte, sehe ich heute ein, dass Kapitalismus ohne USA nicht existieren kann. Meine Meinung zu Japan bleibt allerdings bestehen.

Aktuell neige ich zur Standardaufteilung 30/30/30/10 – Nordamerika, Europa, EM und Pacific.
Natürlich haben mich die Überlegungen aus dem berühmten Holzmeier-Thread Einsteiger-Portfolio mit drei ETFs nicht kalt gelassen. Es ging darum bei kleineren Vermögen bzw. Investitionsbetrag mit 3 ETFs die beinahe gleiche Aufteilung zu bekommen.
Beim 3 ETFs-Modell stört mich erstens das Fehlen an Transparenz. Wieviel steckt nun aktuell in welcher Region? Die Frage kann nur mit Hilfe von Tabellenkalkulation beantwortet werden.
Zweitens kann auch Rebalancing nicht sauber durchgeführt werden. Nordamerika-Pacific-Abhängigkeit.
Übrigens wundert es mich immer wieder, dass doch einige Investoren ausgerechnet nach Holzmeier-Lektüre 70/30-Aufteilung (World/EM) wählen.
Relevantes für mich: auf die ganz kleine Positionen könnte man ohne Performance-Abweichung verzichten, oder diese halt deutlich seltener hinzubuchen.

Da Pacific zu 60% aus Japan besteht und ich Japan „nicht mag“, wurde Pacific-Anteil ersatzlos gestrichen.
Nordamerika-ETF kann von Comstage mit 0,25% TER oder von IShare mit 0,40% erworben werden. Verzichtet man auf Kanada, das nur ca.6% davon ausmacht, gehen die TERs auf 0,10% bzw. 0,33% runter. Bei entsprechend hohem Vermögen wäre die Aufteilung in USA und Kanada günstiger.
In meinem Fall wäre die Kanada-Position sehr klein. Also ich verzichte aus Kostengründen auf Kanada, das ohnehin sehr synchron mit USA läuft.

Also mein Aktien-Depot sollte so aussehen
33,3% USA, 33,3% Europa und 33,4% Emerging Markets.
Von dem „Ganze-Welt-Portfolio“ (Developed und Emerging Markets) fehlen noch
die Region Pacific (Japan, Australien und weitere 3 Länder mit Mini-Anteilen)
Kanada und
Israel (Developed Market gehört zu keiner von 3 MSCI-DM-Regionen).

Die konkreten ETFs:
ETF120 Comstage MSCI USA
ETF111 Comstage MSCI Europe
ETF127 Comstage MSCI Emerging Markets

Portfolio ETF-Sparplan

Die nächsten Schritte etwas konkreter.

Mein Monatsüberschuss beträgt etwa 1.500€.
Mit 1.000€ sollen anteilig EM und „Europa,Dax“ gefüttert werden.
Mit 500€ ggf. plus X wird zunächst mein Cash-Anteil hochgefahren.

Da mein Wertpapiervermögen noch klein ist, bringt mich die Strategie „den Posten zu kaufen, der am meisten vom Soll-Anteil abweicht“, nicht wirklich weiter. Weil eben die monatlichen Schwankungen des Bestandes zu niedrig sind im Verhältnis zur investierenden Summe.
So musste ich die letzten zwei Monaten zusehen, wie mal „Europa, Dax“ mal EM hoch und runter geht, und dies nicht unbedingt synchron, und dabei eine Entscheidung treffen was davon jetzt wirklich kaufenswert wäre.
So ein Problem möchte ich durch ETF-Sparpläne lösen. D.h. ich zahle jeden Monat den entsprechenden Anteil für jeweiligen Posten ein. Erst am Jahresende wird rebalanciert.

Das Verhältnis zwischen EM und Europa beträgt 30 zu 20. Also 600€ geht in EM während 400€ für „Europa, Dax“ übrig bleibt.

Wie im letzten Post geschrieben, möchte ich Europa und „Dax“ etwa im Verhältnis 50×50 halten. Damit werden sowohl für Europa als auch für Deutschland jeweils 200€ reserviert.

Nun lässt sich der Betrag von 200€ beim „Dax“ schlecht durch 3 teilen.
Die erste Variante das Problem zu lösen, ist den Germany-Anteil in MSCI Europe von 12,5% mit zu berücksichtigen. Das macht 25€ aus. Die 225€ lassen sich hervorragend auf 3×75 teilen. Da MSCI Europe nach Marktkapitalisierung aufgeteilt ist, beanspruchen die DAX-Werte den größten Brocken für sich. So dass ich diese 25€ komplett dem Dax zurechne.
Die Aufteilung wäre also Dax 50€, MDax und SDax jeweils 75€.

Die zweite Variante ergab sich von selbst bei der Suche nach entsprechenden ETFs. Denn ein ETF auf MDAX bietet zur Zeit nur iShares (Exklusivlizenz?) an. Ich entscheide mich aus Kostengründen (Kauf+TER s.u.) zunächst für die Aufteilung in Dax und SDax jeweils zur Hälfte.
Die Variante 2b sieht einen Nachkauf von MDAX auf einen Schlag beim Rebalancingtermin zum Jahresende vor. Diese wird wohl von mir bevorzugt.

MSCI EM DBX1EM 600€
MSCI Europe ETF111 200€
Dax ETF001 100€
SDax ETF005 100€

Wie möchte ich nun bei diesem „Kleinkram“ die Kosten günstig halten?
Ich öffne einfach ein Depot bei DAB-Bank. Dort gibt es kostenlose(!) ETF-Sparpläne für DB-X-Trackers der Deutschen Bank und Comstage-ETFs (Commerzbank). Diese beiden bieten alles, was ich aktuell brauche.
So habe ich erst mal null Einkaufskosten.

Wie möchte ich Rebalancing durchführen?
In dem ich am Jahresende die letzte Sparplanrate je ETF entsprechend anpasse. Dies ist auch kostenlos. Nach oben kann ich beliebig hoch drehen, nach unten leider nur den monatlichen Betrag aussetzen.
Nach einmaliger Abweichung vom „Plan“ wird die Rate wieder zurückgesetzt. Bei späteren größeren Abweichungen muss sowieso mit (hoffentlich) zusätzlich angesparten Mitteln nachgekauft werden.

Die einzigen Transaktionskosten fallen beim Verkauf an. Es muss wiederum unterstrichen werden, dass der Verkauf zunächst nicht gewollt ist. Der Vermögensaufbau soll jahrelang laufen. Aber auch bei unvorhergesehenen Verkäufen läuft auch bei dem kleinsten Posten mit 50€ (theoretische Variante 1) bereits nach 2 Jahren eine Summe von ca. 1.200€ (50*12Monate*2Jahre) zusammen, so dass die Gebühren im gesunden Rahmen (Total Expense Ratio“ (kurz TER) des ETFs.
Da diese bei Swap-basierten ETFs etwas kleiner sind, als bei echt replizierenden, wähle ich die Swap-Variante, solange mein Wertpapier-Vermögen nicht sagen wir mal 50.000 übersteigt. Das Ausfallrisiko entfällt aktuell zu 60% auf DB-X und zu 40% auf Comstage.
Handelt es sich um größere Beträge, würde ich schon ein mulmiges Gefühl bekommen, auch wenn bisher kein einziger Emittent ausgefallen ist.
Also in Zukunft werde ich noch voll replizierende ETFs von anderen Anbietern dazu mischen (müssen).