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Dollar- oder Euro-Krise?

Viele Blogger platzieren zur Zeit interessante Geschichten, die Wahrheiten über Griechenlandkrise bzw. Eurokrise auf satirische Weise schildern.
Ich habe im Frühsommer einen sehr ersten Artikel auf einer nicht europäischen Seite gelesen (denn in Europa traut man nicht ernste Probleme beim Namen zu nennen) und möchte hier die zentrale Idee, gepfeffert mit eigenen Gedanken, mit allen Lesern teilen.

Es ging um das Problem der US-Staatsverschuldung. Inzwischen ist es allgemein bekannt, dass auch USA damit massive Probleme hat – welches Land hat heute keine? (Zum Glück gibt es viele, aber darüber wird selten geschrieben). Anfang August wurden wir alle zu unfreiwilligen Zuschauern vom Theaterstück „Erhöhung der Schuldengrenze“ mit dem Kulminationspunkt „Absenkung des AAA-Ratings“. Also USA muss einerseits viele neue Schulden aufnehmen, um überhaupt an der Oberfläche bleiben zu können, andererseits – wer soll überhaupt ihnen die immer mehr werdenden Dollar abkaufen?
Es wurde die Frage gestellt, welche Mechanismen die FED noch erfinden kann, um den Dollar zu stabilisieren, der die ganze Welt überflutet (inzwischen braucht man nicht einmal das Papier zu bedrucken, wir haben ja „elektronisches“ Geld).
Die Zinsen sind auf 0 heruntergefahren, Anleihen werden durch die FED selbst in Höhe von Hunderten von Milliarden aufgekauft! Was kann man noch tun?

So wird eine dicke Trumpfkarte ins Spiel gebracht – „unser lieber Euro“.
Denn wenn den Amis gelingen würde den Euro zum Fallen zu bringen, dann würde Dollar massiv gekauft, denn im Euroraum befinden sich Unmengen an Kapital, die nirgendwo auf der Welt eine Zuflucht finden können.
Die Investoren sind gewöhnlicherweise nicht sooo dumm und stehen erst mal nicht Schlange, um „den sicheren Hafen“ – den Amerikanischen Dollar anzusteuern.
So konnten wir zunächst beobachten wie der Schweizer Franken immer stärker wurde, bis die ganze Schweizer Wirtschaft darunter ächzte. So war die Schweizer Notenbank „gezwungen“ den Franken an Euro zu binden.
Kurz darauf wurden die Schreie unserer skandinavischen Nachbarn lauter, dass auch ihnen keine Alternative bleibt, außer sich an Euro zu binden (an dieser Stelle lachen wir uns ins Fäustchen, denn diese Länder wollten ihre Währungs-Souveränität behalten, und nun, wenn Euro sich in wirklich mieser Verfassung befindet, sind sie gezwungen sich zu vermählen – hehe).
Goldpreise haben schon davor die Stratosphäre verlassen. Also wohin mit dem ganzen Geld?
I need dollar, dollar… das Lied kam auch irgendwie rechtzeitig, oder??

Die ganze Beschreibung liegt ja auf der Hand und ist im Prinzip nichts neues, aber wie können die Amerikaner die „Euro-Krise“ ausrufen? Denn Griechenland war schon vor einem Jahr quasi als pleite deklariert. Und pleite ist nun pleite, es gibt keine Steigerung.
Für jeden vernünftigen Menschen war damals selbstverständlich, dass die grotesken Sparmaßnahmen nicht zur erhofften Blüte der griechischen Wirtschaft führen würden, sondern zerstören alles was noch übrig geblieben ist. Also dass Griechenland in naher Zukunft nicht mehr auf die Beine kommt, war jedem Zuhörer und Zuschauer nicht vorenthalten (auch den sogenannten Rettern nicht!).

Ich habe aber die Massenmedien und vor allem ihre Macht über die Amerikaner unterschätzt. Denn wenn Massenmedien in USA anfangen zu schreien, dass Europa brennt und zeigen die Bilder aus London, so brennt für Amis ganz Europa, denn für sie gibt es keinen Unterschied, ob GB, Frankreich oder Deutschland.
Wenn es dann heißt Euro ist am Ende, europäische Staaten können ihre Kredite nicht mehr bedienen, so ist es nun so. Und die größten „Kapitalisten“ sind nämlich die Amis. Wenn sie anfangen ihr Geld aus Europa wegzuschaffen, und dann die Computerprogramme den Trend verstärken, so kommt es eben zu einem Absturz. Die Panik macht dann den Rest.

Als das Trio aus EU, EZB und IWF am 02.09 Athen verlassen hat, wurde mir klar, dass Europa „bluten“ wird (Dax stand damals wieder über 5700). Sind es Spielfiguren von FED? Was haben sie denn von Griechenland erwartet, wenn fast alle Unternehmen und Läden dicht machen und kein Geld mehr ins Land kommt? Inzwischen berichten die Medien: „Griechische Staatspleite ist kein Tabu mehr“. Willkommen in der Realität.
Aber was sind diese 330 Milliarden griechische Schulden für Wirtschaftsmacht Europa? Haben wir nicht für die Lehman-Pleite, also für Banken, ein mehrfaches davon ausgegeben?

Nun ist es so weit. Der Dollar steigt im Verhältnis zu Euro. Vergleicht mal die jungste Entwicklung von S&P500 und europäischen Aktienmärkten. Die Krise ist nicht global, sondern auf Europa beschränkt.
Es ist ja eine „Euro-Krise“! Der Plan ist gelungen.

Also ich behaupte wir haben keine Euro-Krise! Es ist alles inszeniert und es wird versucht uns glaubhaft zu machen, dass wir unsere unsichere Euros in die angeblich sichere Dollars transferieren sollen.
Ich nehme an dem Spiel nicht teil und kaufe keine US-Staatanleihen und keine US-Unternehmen. Wir haben in Euro was zu schaffen.
Kurzfristig bis mittelfristig werden wir noch mit Angst und Panik leben müssen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass Europa die Krise sehr bald überwinden wird. Der „schwache“ Euro wird uns dabei nur helfen. Der exportabhängigen deutschen Industrie sowieso. Haben vielleicht die Deutschen die Euro-Krise erfunden?!

Es lebe der Euro!