Schlagwort-Archiv: Strategie

Tradingstrategie Saisonalitäten (Timing)

Ich kann mir dieses Jahr nicht verkneifen wiederum einen (wenn auch kurzen) Kommentar über die Seasonal Strategie zu verfassen.
Von meiner Vorliebe für Saisonalitäten habe ich bereits 2011 hier geschrieben.
Es geht darum am letzten Juli-Börsen-Tag auszusteigen und am ersten Oktober wieder zurückzukehren.

Eine Diskussion mit Zahlen wurde hier (der fünfte von oben Artikel heißt „Der entspannte Weg zum Reichtum?“ ) geführt (auch wenn es im Artikel um die Stop-Loss ging; die Kommentare von JustDoIt und von mir 😉 sind relevant).

In den letzten 5 Jahren hat sich an der Effektivität nichts geändert. Klar bei weitem nicht jedes Jahr zählt man nach der Aussetzung zu den Gewinnern. Allerdings in den Jahren wie 2015 kommt man auf seine Kosten.
Am 31.07 schloss DAX bei 11.309 Punkten. Am 01.10 bei 9.509. Ein Verlust von 15,9% konnte durch den Ausstieg vermieden werden.

Portfolio Asset-Klasse Emerging Markets

Im Blog „Finazielle Freiheit mit Dividenden“ wurde wieder Mal die Liste der Blogs der Millionäre veröffentlicht, was einen Ansturm auf meinen Blog ausgelöst hat.
So kam mir in den Sinn einen Artikel vorzuziehen, damit möglichst viele davon profitieren bzw. Feedback liefern können.

Es geht um meine Portfolio-Aufteilung.
Mein theoretischer Ansatz des ausgewogenen Portfolios wurde in mehreren Posts beschrieben, zuletzt die konkrete Aufteilung hier: „Portfolio ETF-Sparplan“. Theoretisch, weil ich durch die Übergewichtung von Immobilien noch nicht in der Lage bin, alles so umzusetzen, aber das wird sich ändern – ist nur eine Frage der Zeit.

Im Speziellen habe ich heute den großen Emerging Markets –Anteil im Visier.
Zum einen hat mir die Gewichtung der einzelnen Länder nie gefallen. So kam ich auf die Idee mir die eigene Mischung zusammenzustellen. Mit einzelnen ETF-Sparplänen bei DAB ist es überhaupt kein Problem (für „größere“ Länder aus EM gibt es entsprechende ETFs).

Exkurs: für die industrielle Assets Europa und Nordamerika geht die Tendenz (bei Finanzbloggern und ihren Lesern) zu Dividenden- oder Value-Strategie (was für mich nicht(!) das gleiche ist). Wenigstens Value setzt aber viele Daten für Unternehmensanalyse voraus, welche aus meiner Sicht auch nicht mal für „westliche“ Märkte in ausreichendem Maße oder mit größerem Aufwand zu finden sind. Für Emerging Markets ist die Datenversorgung sehr dünn, so dass eine vernünftige Unternehmensanalyse praktisch unmöglich ist (eine Variante wäre auf Homepage der einzelnen Unternehmen zu gehen und sich Jahresberichte in englischen Sprache zu besorgen. Zum einen sehr zeitintensiv, zum anderen bin ich der englischen Sprache nicht in dem gewünschten Maße fähig).
So sehe ich beim Investieren in Emerging Markets keine Alternativen zu ETFs.

Die klassische Aufteilung eines Indexes geschieht nach Marktkapitalisierung. Für den Index mag es gut sein, für Vermögensaufbau ist aber kontraproduktiv. Denn die am meisten gestiegenen Anteile werden mit höherem Faktor versehen und es wird noch mehr davon gekauft werden müssen und umgekehrt die eingestürzten Märkte werden verkauft – also pro-zyklisch.

Es gibt Auswertungen, die behaupten eine Aufteilung nach BIP liefert höhere Rendite. Mein Problem aber dabei war, wenn ich zum „1 Januar“ investieren will, die Aktualität der BIP-Daten für einzelne EM-Länder inakzeptabel war. Also man könnte die veralteten Daten verwenden, aber es wäre nicht im Sinne des Erfinders.
Das andere Problem ist dabei, dass China mit ihrem BIP alle anderen Länder in den Schatten stellt. So müssen alle EM-ETFs sowie meine Mixtur eine Kappung vorsehen.

Eine wichtige Erkenntnis konnte ich aber aus Capital gewinnen. China hat in den letzten 20 Jahren ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 10% hingelegt. Bezogen auf BIP-Theorie müsste deswegen die Marktkapitalisierung von China auch eine ähnliche alle andere Länder übertreffende Entwicklung vorzeigen. Das war aber überhaupt nicht der Fall. So ist festzustellen, dass die ausgeklügelte Ausrechnerei der Anteile anhand von auch aktuellsten BIP-Daten doch nicht den gewünschten Durchbruch geliefert hätte, allerdings größere Recherchen und einige mathematische Übungen gefordert hätte.

In meinem Blog habe ich mich schon mal als großer Fan von Rebalancing geoutet. So war es naheliegend den EM-Teil meines Portfolios einfach in gleiche Stücke je Land zu verteilen. Somit kämen die kleineren Länder zum größeren Vorschein, die idR. bessere Performance aber auch deutlich stärkere Schwankung aufweisen. Es gibt nun Studien, die nachrechnen, dass die Equal-weight-Aufteilung bessere Ergebnisse liefern. Auch wenn unter „besser“ nur einige oder gar Bruchteile von Prozentpunkten gemeint sind, es erfüllt den Zweck und kostet nichts an Aufwand. Das jährliche Rebalancing sorgt für einen Renditeschub – die zu heiß gelaufenen Märkte werden reduziert und die in Ungunst gefallenen entsprechend nachgekauft.

Was meint Ihr?
Wendet ihr auch Asset-Allocation mit Rebalancing an?
Welche Aufteilung wird bevorzugt (Marktkapitalisierung, BIP, Equal-Weight, feste Größen nach Bauchgefühl).
Welche Märkte werden bevorzugt?

Kann ein aktiver Durchschnittsanleger langfristig den Markt schlagen?

In einem Kommentar wurde ich wieder auf die zentrale Frage angesprochen, die für viele entweder geklärt ist (richtig oder falsch) oder bewusst verdrängt wird – ob ein aktiver Durchschnittsanleger langfristig den Markt schlagen kann. Die Aussage war, dass bei einer Investition in einzelne Werte (Aktien) die Rendite zweifelsfrei höher als bei ETFs ausfällt.

ETFs decken den entsprechenden kompletten Index ab. Der Index oder ich würde lieber den Begriff Markt benutzen ist die Summe aller Einzelteile. Die Entwicklung des Marktes ist demnach der Durchschnitt der Entwicklungen jeder einzel-Aktie oder auch der Durchschnitt über alle Anleger (privat oder professionell).

D.h. egal, wie der Markt sich entwickelt, ob er steigt oder fällt, stimmt seine Entwicklung mit der durchschnittlichen Entwicklung aller Anleger überein.
So weit so gut, aber bisher ging es um reine Entwicklung – ohne Berücksichtigung der Gebühren.

Ein ETF verlangt je nach Klasse sehr kleine jährliche Gebühren (meistens deutlich kleiner als 1%). Der aktive Anleger hat aber ständig Transaktionskosten (sagen wir mal ca.1% fürs Kaufen und Verkaufen zusammen).
D.h. dieser Unterschied in den Transaktionskosten, gepfeffert mit Zinsenzinseffekt lässt die passiven Investoren (ETFs) von den Aktiven davonlaufen.

Es gibt aber z.B. Behauptungen ich bin kein Durchschnittsanleger. Ich kenne mich aus, bin mehrere Jahre dabei. Nach einer Umfrage glauben dies über sich über 80% der befragten Anleger. D.h. Minimum 30% von ihnen irren sich.

Beim Vergleich muss auf jeden Fall langfristig betrachtet werden. Denn in einzelnen Jahren oder sogar längeren Perioden kann natürlich einer den Markt schlagen (wird dann von Fonds gerne als Hauptargument benutzt). Bei langfristiger Betrachtung bleiben dann nur sehr wenige übrig.

Zwischenstand zum Depot

Direkt ab meinem Ausstieg Ende Juli gab es ein Draghi-Kursfeuerwerk an den Börsen. Dabei wird man ungewollt traurig, aber Strategie ist Strategie – die Gefühle werden verdrängt. Ein Monat danach sieht die Welt anders aus. EM-ETFs werden ca.1% günstiger gehandelt (und dies obwohl ich noch vor Monatsende ausgestiegen war).
Anfang August habe ich auch meinen Europa-ETF-Bestand aufgelöst. So sitze ich zur Zeit auf viel Cash.
Nun der September steht vor der Tür. D.h. langsam sollen alle Kräfte mobilisiert werden. Noch vor der Erstellung der Monatsübersicht überweise ich daher das Vorgesehene auf DAB-Bank-Depot.

Im Depot befinden sich zum Monatswechsel 7.590€.
Dabei sind 40€ den Kurssteigerungen im August zu verdanken. An Wertpapieren habe ich nur DAX-ETF 620€, „CS EUROREAL“ 690€ und kleinere (nicht ganze) Anteile von anderen bisherigen ETFs – insgesamt 1350€.
Der Rest von 6.240 ist flüssig.
In diesem Jahr flossen einmal 800€ und 4 Monate je 900€ ins Depot. Die geplante Rate betrug jedoch 1.000€ (wegen fehlendem SDAX-Spar-ETF wurde die Rate reduziert). Somit müssen 6×100€ nachgeschossen werden. Außerdem steht noch die Rate für Juli und August zur Verfügung.
Somit blieben noch 2.600€ auf dem Weg.

Bei der CHF-Kredit-Rochade wurden außerdem ungeplant 1.070€ frei.

Der Gesamtbetrag von 3.670€ erhöht damit mein Depot-Stand auf 11.260€.
Immo-Guthaben–Konto weist aktuell 3.200€ aus bei eingeplantem Puffer von 1.200€. 2.000€ werden dort abgeholt. Der Rest von 1.670€ wird der Cash-Position belastet.

Meine Kanonen wurden in die Position gebracht und ich hoffe nun auf noch günstigere Einstiegskurse Ende September. Der Gesamtbetrag wird dann wie geplant auf verschiedene Asset-Klassen aufgeteilt.

"Geheimnis" für reich werden

In einem Kommentar wurde ich nach meinem „Geheimnis“ gefragt.
Da ich bisher (meiner Meinung nach) nichts Spektakuläres erreicht habe, gibt es im Grunde genommen kein MEIN Geheimnis.

Ich habe nur konsequent die all bekannten Schritte befolgt.
1. Gebe weniger aus als du einnimmst. Dabei soll die Sparquote bei mindestens 20% liegen (und nicht bei 10%) wenn man schneller vorankommen will und die Enttäuschung am Anfang, dass trotz des Sparens das Vermögen in absoluten Beträgen winzig bleibt, vermeiden will.

2. Das Eingesparte investieren. Es nützt nichts wenn das Geld brach liegt und von der Inflation aufgefressen wird. Das gleiche gilt für alle Finanzprodukte mit moderaten Zinsen. Das Geld muss(!) arbeiten und am besten hart. Wenn man das Risiko scheut, wird man nie so weit sein wie die „Mutigen“. Da das höhere Risiko langfristig(!) gesehen nicht unbedingt die bessere Rendite verspricht und umgekehrt, muss bei dem Punkt sehr tief (und breit) nachgebohrt werden. Hier ist ja Spezialwissen gefragt, was im Laufe der Zeit angeeignet werden kann.

3. Das Einkommen erhöhen und wenigstens die Hälfte der Steigerung der Sparrate zufügen.
Bei allem Respekt zu allen, die ihre Ausgaben immer weiter drücken wollen – bis auf eine initiale Optimierung, nützen weder Disziplin, noch Hartnäckigkeit, noch… die Ausgaben in nennenswerten Größen zu drücken. Das Unwort heißt Inflation. Für den gleichen Warenkorb werden wir immer mehr ausgeben müssen.
Es ist sehr schwierig die Ausgaben zu reduzieren. Viel einfacher ist es sich gar nicht an die hohen Ausgaben zu gewöhnen. Deshalb bei Gehaltserhöhung zuerst die Sparrate anpassen, und dann mit dem Rest den Lebensstandard steigern.

Wenn man diese 3 Regeln befolgt, wird je nach Sparrate in 20-25 Jahren die Finanzielle Unabhängigkeit erlangen (darunter verstehe ich, dass die passiven Einnahmen die notwendigen Ausgaben plus x (für etwas mehr Lebensfreude) bzw. das Arbeitseinkommen übersteigen).
Bis dahin war nichts Spektakuläres – es ist von jedem zu schaffen.

Nun würde ich als „Geheimnis“ Punkt 4 einführen.
4. Wage größere Sprünge.
Damit meine ich, man soll die Komfortzone verlassen. Um Millionär zu werden, reichen die ersten drei Schritte nicht. Das passive Einkommen ist irgendwann größer als das Arbeitseinkommen. Soweit OK. Aber viel ist es in den meisten Fällen nicht. Der Schritt 3 bezog sich also auf „kleinere“ Gehaltssteigerungen. Hier ist eher ein Karrieresprung gemeint. Man wird aus einem einfachen Softwareentwickler zum Projektleiter, wechselt auf die Managementschiene oder gründet ein eigenes Unternehmen.
Tja, viele Blogger mit größerem Vermögen haben diesen Schritt vollzogen. Die Sparraten schnellen dann in die Höhe, was früher mit niedrigeren Ausgaben bzw. mit dem Erhöhen der Sparquote niemals erreicht werden konnte.

Ich gebe zu, was Berufsleben angeht, habe ich den Sprung noch nicht gewagt.
Allerdings was ich gewagt habe, das war der Kauf der Immo3. Da ging es um Hunderttausende und viel Risiko. Aktuell bringt mir das Objekt ca. 800€ im Monat an passiven Einnahmen (wobei Tilgungen sind erst mal theoretischer Natur).
Nun grübele ich seit Jahren an einem großen Sprung. Da ich generell nicht so schnell vom Knie schieße, fällt mir der Schritt auch nicht leicht. Aber früher oder später muss ich den tun, um „da oben“ ankommen zu können.

Wertpapierverkauf EM

Von meiner Vorliebe für Saisonalitäten habe ich bereits (hier) geschrieben.
Die Aktienmärkte stehen aus meiner Sicht aktuell recht hoch. So fällt es mir leicht aus dem Markt auszusteigen und zwar mit dem kompletten EM-Anteil.
Damit realisiere ich ca.120€ Gewinn.
Da der Verkauf bereits am 28 Juli ausgeführt wurde, wurde noch ein zusätzlicher Gewinn (bis 31.07) von 120€ verpasst. Nun das beste Timing kann man sowieso relativ selten erwischen.
Somit hoffe ich darauf, dass die EM-ETFs in zweiter Hälfte September mindestens 2% günstiger (als mein Verkaufskurs) zu haben sind. Wenn nicht – umso eher wird sich der Ausstieg in den nächsten Jahren lohnen. 😉

Dax-Anteil liegt bei ca.600€, also aus Kostengründen wird auf Verkauf verzichtet.
Europa-Aktien wurden in den letzten Monaten schwer verprügelt, also Chancen auf Besserung überwiegen das Risiko des weiteren Absturzes.

Kauf von CS Euroreal

Nach meinem Post über CS Euroreal ging der Kurs auffallend stetig nach oben und hat über 4% zugelegt. Auch mein Blog wurde regelrecht bombardiert. Also es scheinen recht viele auf neue Nachrichten zu offenen Immobilienfonds zu lauern. Schade, dass der 1.April auf einen Sonntag gefallen ist, sonst hätte ich mir einen entsprechenden April-Scherz erlaubt.

Aus irdendeinem Grund wurde der DAX-ETF-Sparplan nicht deaktiviert und entsprechend ausgeführt. D.h. für den Kauf von CS Euroreal hatte ich nur 800€ zur Verfügung. So wurden 19 Anteile zu 41,40€ gekauft.

Schauen wir mal wie das Spielchen ausgeht. Ich bin sehr zuversichtlich, dass dabei mind.10% p.a. herausspringen.

Wobei die Еntscheidung der BaFin für Kanam die Frist für die Abwicklung auf 5 Jahre auszudehnen, gefällt mir nicht so besonders. Auf der einen Seite hat der Fonds mehr Zeit die Immobilien zu akzeptablen Marktpreisen zu verkaufen, und nicht in Eile hohe Abschläge akzeptieren zu müssen. Auf der anderen Seite muss dann etwas höhere Gewinn auf 5 Jahre verteilt werden, so dass darunter die Durchschnittsrendite leidet.

Ich ordne das Papier der Asset-Klasse Strategie. Hier geht es um eine Spekulation, Kauf für einen Preis unter Wert – und nicht um das Geschäft im Hintergrund, nämlich die Vermietung von Immobilien.

Geldanlage: einige Überlegungen

Das Buch von Gerd Kommer „Souverän investieren mit Indexfonds, Indexzertifikaten und ETFs“ hat mir persönlich sehr viel Ruhe gebracht.
Denn ich bin sehr informationshungrig, experimentierfreudig und auf der anderen Seite zu vorsichtig was das Neue angeht. Bei aus meiner Sicht interessanten Ansätzen versuche ich immer tiefer nachzubohren. Letztendlich möchte ich zunächst Trockenüben und dann entscheiden, ob es etwas „für mich“ ist. Da beim Trockenüben die Entscheidungen auf eine andere Art getroffen werden, als mit „scharfer Munition“, und die Theorie oft wiedersprüchlicher Natur ist, komme ich letztendlich bei interessantesten Ansätzen „ins Geschäft“, um an der eigenen Haut Erfahrungen zu sammeln.

Aber allein fürs Zusammenfinden der ganzen Infos geht so viel Zeit verloren (eingesetzt). Um eine Strategie auszutesten werden Jahre benötigt. Für Aktienwelt sind 10, 20 Jahre keine langfristigen Zeiträume. Für das Leben eines Einzelnen sind es riesige Abschnitte.

So war es erfreulich zu lesen, dass man mit relativ wenig Einsatz, zu den besten 20% gehören könnte. Denn der Markt ist die Summe aller Teilnehmer (alle Käufer bzw. Verkäufer; alle privaten sowie alle institutionellen). Wenn man von der Durchschnittsrendite die Gebühren abzieht, die fürs aktive Handeln anfallen, oder die an die Fondsmanager abgegeben werden, so liegt diese Netto- Durchschnittsrendite schon ein Stück tiefer als beim passiven Handeln, bei dem die Gebühren „minimal“ sind.

Es ist sicher möglich mit irgendwelchen Strategien den Markt zu übertreffen. Es ist jedoch nicht garantiert, dass es auch bei dir klappt. Insbesondere es klappt bei 80% nicht! Die Stochastik ist also nicht auf „unserer“ Seite. Man könnte in falsche Börsenphase hineingeboren sein, falsch die Strategie verstanden haben oder nicht korrekt umgesetzt (in entscheidenden Phasen emotional handeln), vielleicht zu wenig Streuung haben (gerade am Anfang mit kleineren Beträgen) oder irgendwelche andere Lebensumstände hindern einen an der Strategie dran zu bleiben (plötzliche Heirat, Arbeitsverlust, Eigenheim).

Vor allem wo nimmt man heut zu tage so viel Zeit für Analysen? Wenn einer in der Finanzbranche tätig ist, dann gehört die Informationsbeschaffung zu seinem Berufsleben. Man ist immer top informiert über das Weltgeschehen, findet schneller ggf. bessere Argumentation oder modernere Produkte die auf einen Investitionsprofil mehr passen. Auf jeden Fall kann die Information mehrfach verwendet werden.

Aber für so einen Privat-Klein-Investor, der ständig seinen Kopf für seinen Beruf leer räumen soll, wird die Zeit nicht effektiv genutzt. Wenn man 1% Überperformance schafft, was an sich schon großartige Leistung wäre, dann macht dies aus 100.000 Einsatz nur 1.000 im Jahr aus. Als Alternative dazu könnte man im „schlimmsten Fall“ z.B. einen 400€-Job annehmen und 4.800€ im Jahr hinzuverdienen.

So ist aus meiner Sicht viel effektiver die Zeit in Businessaufbau zu investieren (es sei denn man ist ein Vollblutinvestor). Denn darin sehe ich viel größere Chancen und schnellere Fortschritte (vor allem bei jungen und noch nicht vermögenden Menschen). Sobald die finanzielle Unabhängigkeit erreicht ist, und man nicht mehr auf das Brötchenverdienen angewiesen ist, kann, den noch vorhandenen Wunsch vorausgesetzt, die „Performanceoptimierung“ in den Vordergrund rücken.

Hinweis: die ganzen Überlegungen widmen sich der Bemühung den Markt zu schlagen.
Die Basisgrundsätze wie Sparen, Anlegen, mehr verdienen, mehr sparen, die Assetklassen auswählen (sich mit Chancen/Risiken beschäftigen) etc. werden immer noch vorausgesetzt.

Tradingstrategie Saisonalitäten (Timing)

Ich bin ein großer Fan von dem Buch „Souverän investieren mit Indexfonds, Indexzertifikaten und ETFs“ von Gerd Kommer. Aus dem aktuellen Anlass möchte ich jedoch meine gegensätzliche Behauptung in die Welt setzen. In dem Buch wird behauptet, dass es keine nachgewiesene Timing-Strategie gibt den Markt zu schlagen.

Ich weiß nicht wie die Wissenschaftler die Schlussfolgerungen ziehen.
Ist damit gemeint, dass es keine über Jahrzehnte hinweg praktizierte Strategie gibt? Also die Rückrechnungen von irgendwelchen Institutionen haben kein Gewicht, da diese aus den historischen Daten die optimalen Einstiegs- bzw. Ausstiegszeitpunkte ermittelt haben.
Oder sind die Zahlenreihen nicht lang genug, um eine „verbindliche“ Behauptung in den Raum zu werfen?

Was mir alle Jahre wieder in den Sinn kommt ist die durchschnittliche Monatsperformance.
Im Jahre 1998 wurde ich Besitzer einer Zeitschrift mit der schönen graphischen Aufstellung der monatlichen Performance von DAX. Diese hat mich damals fasziniert. Man könnte so leicht einen Index „Jahr für Jahr“ – hier natürlich durchschnittlich gesehen – schlagen.

Was man auf den ersten Blick sehen konnte, waren die Monate August und September, die mit einer negativen Performance im Gegensatz zum Rest der Monate „glänzten“. Die Daten wurden von 1959 bis in die 90-er berücksichtigt. Meine „Idee“ wurde von der Deutschen Börse im Strategieindex „DAXplus® Seasonal Strategy“ umgesetzt. Bei diesem Index wird Dax 1:1 abgebildet, allerdings werden die Stände Ende Juli eingefroren und erst im Oktober geht es weiter. Obwohl nur die Entwicklung von 1987 bis 2005 berücksichtigt wurde, gab es die gleiche Aussage – die schwächsten Monate waren August (-2,4%) und September (-4,4%).
Leider ist der Zeitraum von 2005 bis heute (auch aus meiner Sicht) viel zu kurz um eine deutliche Outperformance gegenüber dem Dax sehen zu können. Allerdings beweisen die durchgeführten Rückrechnungen dass der Index den Dax mit den Jahren deutlich abhängt (ist ja auch mathematisch auf den ersten Blick zu erkennen).

Die Daten ab 1959 weisen kleinere Werte aus, wobei September immer noch mit über -2% „glänzt“.
Diese Überlegung begleitet mich seit nun 1998 und hat alle meine bisherigen Investitionen beeinflusst.

Betrachtet man nur den Monat August so sind über 60% der Werte positiv! Auf der anderen Seite gibt es überproportional viele „Crashs“. Also August ist ein zweischneidiges Schwert!

Wenn wir beachten, dass DAX Ende Juli fast bei Jahreshoch stand, der gleichzeitig 3-Jahreshoch ist, während die ganze Welt in Problemen steckt, so war es eher mit fallenden Kursen zu rechnen.
Aus dem Grund habe ich gestaunt, dass so viele Blog-Kollegen Anfang August nachgekauft haben.