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Unternehmensanalyse Total

Bei Buffett habe ich das Unternehmen ConocoPhillips entdeckt, zu dem auf dem deutschen Ufer die Tankstellenkette Jet gehört. Also Buffett schätzt Ölkonzerne als profitabel ein, setzt aber nicht auf die branchengrößten. So habe ich nun die 6 größten Mineralölunternehmen auf meine Weise analysiert (nach Umsatz sind es Exxon, Shell, BP, Chevron, ConocoPhillips und Total, wobei nach Fördermenge Total auf 5-er Stelle steht). Die Zahlen sprechen für Buffett.
Ihr kennt aber meine Vorliebe für Europa. Der holländische Shell ist nicht so profitabel, BP ist nicht echt europäisch und hat immer noch „Deepwater Horizon“ am Hals. Aber auch nach dem Aktiensturz ist das Unternehmen für mich als Investor nicht so rentabel wie Total (WKN 850727).

Die Eigenkapitalrendite betrug beim 5-Jahresdurchschnitt 20,52%, beim 10-Jahresdurchschnitt 24,07%. Ab 2009 ist diese etwas zurückgefallen, ist aber immer noch sehr stark und wächst.

Eigenkapitalrendite
2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
18,2 22,8 36,6 31,3 29,2 29,4 21,6 16,1 17,5 18

Das Eigenkapital (Buchwert) wuchs von 12,34€ auf 30,18€. Besonders hoch war der Wachstum in 2010 und 2011, was wiederum eine „kleinere“ EK-Rendite rechtfertigt.

Buchwert
2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
12,34 12,36 13,09 17,27 17,81 19,99 21,98 23,53 27,00 30,18

KBV=1,24 – da gibt es nichts zu meckern.
Aktueller KGV von 7,1 ist sogar sehr attraktiv. Kalkuliert wird allerdings mit 5-Jahresdurchschnitt von 9,14. Der 10-Jahresdurchschnitt liegt bei 10,25.
Auch für Dividenden-Jäger ist der Wert recht einladend: 6,08% Dividendenrendite.

Total2012

Mit diesen Kennzahlen gerechnet, komme ich auf fast 17% Rendite. Der „faire“ Preis liegt bei 44,40€. Die MOS von 30% wurde Ende September 2011 für kurze Zeit erreicht.
Aktuell notiert die Aktie mit ca.15% MOS.
Von Mai bis Juli 2012 waren sogar 20% MOS drin.
Also ich nehme das Unternehmen in meine Watchlist auf. So etwa für 35€ stufe ich die Aktie als heißen Tip ein.

Ich versuche die Mischung von großen, mittleren und kleinen Werten aufzubauen. Die mittleren Werte (MDax) sind leider viel zu heiß gelaufen. Die kleineren Werte halte ich allerding für sehr launisch ? d.h. erst ab einer breiteren Streuung kann ich die Größe (fast) ignorieren. Bei den Elefanten-Unternehmen sind dagegen Kursphantasien fast ausgeschlossen. Außerdem ist die Rendite nicht so tolle (z.B. EON ist auch nach einem gewaltigen Kurssturz und gerechnet mit Zahlen bis 2011, also noch mit viel profitabler Atomenergie immer noch keine Kaufempfehlung).

Hinweis: es handelt sich nicht um eine Kaufempfehlung!

Unternehmensanalyse TAKKT

TAKKT AG ist in Europa und Nordamerika der führende B2B-Spezialversandhändler für Geschäftsausstattung. Der Konzern ist mit seinen Marken in mehr als 25 Ländern vertreten. Das Sortiment der Tochtergesellschaften umfasst rund 175.000 Produkte aus den Bereichen Betriebs- und Lagereinrichtung, klassische und design-orientierte Büromöbel und Accessoires, Ausrüstungsgegenstände für den Einzelhandel sowie den Gastro- und Hotelmarkt.

Während das Europa-Geschäft in der letzten Zeit schwächelt, sorgt USA-Geschäft für das weitere Wachstum.

Auf das Unternehmen aus dem SDAX bin ich aufgrund der hohen Dividende gestoßen. Diese war aber nur wegen der Sonderdividende so hoch. Und die Sonderdividende wurde bezahlt, weil die Eigenkapitalquote die gewünschte Range von 40% bis 60% überschritten hat. Also das Unternehmen hat „zu viel“ Eigenkapital erwirtschaftet. Aus der Sonderausschüttung könnte man ableiten, dass der Geschäftsausbau sehr holprig wäre. Allerdings wurden in 2012 zwei Akquisitionen durchgeführt – US-Versandhändler für Displayartikel GPA und Ratioform-Holding aus München.

TAKKT gehört zu ca.70% dem Haniel-Holding (Metro, Celesio, ELG, CWS-boco).
Vor kurzem hat The Capital Group Companies die Überschreitung der 3%-Grenze gemeldet.

Eigenkapitalrendite
2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
15,9 15,1 17,9 21,5 22,5 24,2 22,8 11,3 13,6 21,9

Die Eigenkapitalrendite lag sowohl beim 5-Jahresdurchschnitt, als auch beim 10-Jahresdurchschnitt bei ca.18,7%.

Buchwert
2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
2,05 2,16 2,48 3,16 3,75 4,42 4,45 3,64 3,84 4,59

Das Eigenkapital (Buchwert) wuchs von 2,05 auf 4,59. Allerdings gab es bereits 2007 und 2008 Sonderdividenden, wiederum wegen Überschreitung der 60% Obergrenze.

Takkt2012

KBV=2,04 also sehr moderat
KGV=13,72 ist in Ordnung.

Mit diesen Kennzahlen gerechnet, komme ich auf 16,3% p.a. Der „faire“ Preis liegt bei 10,62€. Mit MOS von 30%, also für 7,43 konnte allerdings im letzten Jahr nie erworben werden.
Obwohl die Zahlen vom Jahresende 2011 sind, und in diesem Jahr einiges geschehen ist, ist die Kontinuität des Erfolgs nicht zu übersehen.
Außerdem denke ich, dass die Gewinne bezogen nun auf das reduzierte Eigenkapital für einen Kursschub sorgen werden.

Ich habe von dem Unternehmen 103 Stück zu 9,38€ gekauft.

Es handelt sich nicht um eine Kaufempfehlung, sondern beschreibt nur meinen Weg!

Stand der Dinge

Zunächst habe ich viel Zeit mit Einstellung zum Job bzw. meinem Verdienst verbracht.
Das Buch von L.Seiwert hat mir gezeigt, dass ich nicht allein bin, der sich solche Fragen stellt. Dazu mehr im Resümee zum Buch.
Darüber hinaus wurden einige weitere Bücher zum Thema Jobauswahl/Bewerbung/Eigene Stärken ausgeliehen und durchgeblättert. Daraus folgte eine Initiativbewerbung an eine Investmentabteilung einer Bank. Denn ich möchte nicht einen „blinden“ Tausch durchführen, d.h. die jetzige Branche für die unser IT-Unternehmen Dienstleistung anbietet, auf eine ähnliche oder für mich genauso nicht ansprechende Branche wechseln. Mich interessiert Portfoliomanagement und Unternehmensanalyse. Basta. Ansonsten kann ich im jetzigen Unternehmen bleiben und mir nebenbei ein Portfolio aufbauen mit dem ich innerhalb der nächsten 10 Jahre sowieso finanziell unabhängig werde. 😉

Zwischendurch ging ja viel Zeit in die Steuererklärung, Antrag bei unserem Sozialstaat, Betriebskostenabrechnung für meine Mieter.

In der Zeit habe ich mir das Buch „Cashkurs“ von Dirk Müller „angeschaut“ sowie „die Regel Nummer 1“ von Phil Town.
Zu „Cashkurs“: es ist ein 0815-Buch zum Thema „Private Finanzen im Allgemeinen“, wobei der Autor mir schon sympatisch ist (wie er schreibt). Also für mich war nur zum Durchblättern. Geht auf Sparen ein und Rauswurf der unnötigen/teuren Versicherungen. Also für neugeborene Haushalte sicher geeignet, für etwas Erfahrene nichts Neues.

An die „Regel Nummer 1“ stellte ich sehr hohe Ansprüche, weil vor Jahren die Resonanz sehr „laut“ und sehr positiv war. Das erste Kapitel erinnerte mich aber an Markus Frick „Ich mache Sie reich!“. Es ging nur darum wie toll es ist mit 15%-Rendite pro Jahr zu leben und wie dumm sollen diejenigen sein, die sich mit weniger zufrieden geben.
Dann ging es um die Unternehmensbewertung. Das Thema an sich interessiert mich zur Zeit über alles.
Die Strategie im Buch sucht – wie der Autor selbst beschreibt – nach Lamborghinis zum halben Preis. Der Ansatz ist an sich nachvollziehbar. Nur es gibt denkbar nicht so viele Lamborghinis und noch seltener zum halben Preis. Vor allem die Vorselektion – denke nach von welchen Unternehmen du Produkte kaufst und dich dabei wohl fühlst, nimm die tollsten davon – störte mich zu sehr. Denn im Buch nimmt er fast jedes beliebige Unternehmen und findet dabei (mit 50%-Wahrscheinlichkeit) einen Lamborghini, der aktuell nicht mal zum halben Preis an der Börse angeboten wird.
Sein „Schritt für Schritt“-Beispiel legt los im März 2003. Was für ein Wunder. Zu dem Zeitpunkt waren nicht nur Lamborghinis zum halben Preis, sondern auch der ganze Rest zu Schleuderpreisen zu haben.
Trotz der ganzen Euphorieaufzwingerei (also ami-mäßig) ist das Buch sehr lesenswert. Ich konnte aus dem Buch einiges mitnehmen. Die einzelnen Aspekte werde ich daher in einzelnen Posts aufschreiben.

Noch bedeutender war jedoch mein Fund auf dem Blog http://www.sfg-value.de/.
EasyBuffett – die Unternehmensbewertung aus dem Buch „Buffettology“. Ich bin ein Freund von Zahlen und Formeln. Es wird überall viel darüber geredet, wie wichtig es ist vor dem Kauf das Unternehmen zu bewerten, um zu wissen, was man kauft und ob der Preis angemessen ist. Bisher konnte ich jedoch keine einfache Berechnungsformel finden.
Mit EasyBuffett habe ich nun eine starke Waffe im Einsatz. In Verbindung mit „Regel1“-Prinzipien geht die Suche nach hervorragenden Unternehmen los.

Ich möchte zuerst eine Watchlist aufbauen und paar Monate trocken üben. Die Portfolioaufteilung bleibt bestehen. Lediglich die Asset-Klassen Europa/Dax sowie Nebenwerte/Strategie werden künftig mit Einzelaktien besetzt.

Also die Langeweile ist vorbei. Hunderte Unternehmen warten auf mich, um analysiert zu werden!